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Pro Asyl: Menschenrechtspreis an polnische Flüchtlingshelfer

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Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl hat ihren mit 5000 Euro dotierten Menschenrechtspreis an polnische Flüchtlingshelfer verliehen. Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Luise Amtsberg, sagte am Samstag anlässlich der Verleihung, die Grenzregion zwischen Polen und Belarus sei zu einem rechtsfreien Raum geworden. Dort säßen Menschen ohne Zelte, ohne Nahrung und ohne ärztliche Versorgung fest - „eingeklemmt zwischen geopolitischem Machtgerangel“.

Frankfurt/Main - Ausgezeichnet wurden die Anwältin Marta Górczyńska und die polnische Organisation Helsinki Foundation of Human Rights. Górczyńska setzt sich in Polen für die Rechte von Geflüchteten ein und kämpft gegen Zurückweisungen und Gewalt an der Grenze. Sie ist seit zehn Jahren für die Helsinki Foundation tätig, die Teil eines Netzwerks ist, das in den Wäldern im polnisch-belarussischen Grenzgebiet seit Sommer vergangenen Jahres humanitäre Nothilfe leistet.

Górczyńska sprach mit Blick auf die Lage von Geflüchteten, die über Belarus nach Polen kommen, von einem „Ausnahmezustand, der sich zu verstetigen drohe“. Selbst Familien mit Kindern, die vor den Gräueln der Kriege in Syrien, Afghanistan oder dem Jemen geflohen seien, würden von den polnischen Grenzbeamten brutal zurückgeschickt - „ohne Zugang zu einem fairem Asylverfahren, ohne Trinkwasser, ohne Nahrung, ohne ein Dach über dem Kopf“, sagte Górczyńska nach der Preisverleihung in Frankfurt.

Die Situation an der Grenze zu Belarus, wo Polen einen Grenzzaun errichtete, um Migranten vor allem aus Ländern des Mittleren Ostens abzuwehren, steht in starkem Gegensatz zur Lage an der polnisch-ukrainischen Grenze, wo die Solidarität mit ukrainischen Kriegsflüchtlingen ungebrochen groß ist. dpa

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