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Der 48-jährige Angeklagte (vorne, rechts) sitzt zum Prozessbeginn im Gerichtssaal des Landgerichts neben seinem Verteidiger Alois Kovac. Vor rund drei Jahren wurde der Sohn des Milliardärs Würth entführt.

Angeklagte äußert sich

Prozess um Entführung von Milliardärssohn geht weiter

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Entführer von Milliardärssohn Würth wird an kommenden Dienstag am Landgericht Gießen fortgesetzt. Am zweiten Verhandlungstag soll der Angeklagte die Möglichkeit bekommen, sich zu seinen persönlichen Verhältnissen und seinem Lebensweg zu äußern, wie ein Gerichtssprecher sagte. Zudem ist geplant, ein Attest zum Gesundheitszustand des behinderten Opfers Markus Würth zu verlesen.

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Entführer von Milliardärssohn Würth wird an kommenden Dienstag am Landgericht Gießen fortgesetzt. Am zweiten Verhandlungstag soll der Angeklagte die Möglichkeit bekommen, sich zu seinen persönlichen Verhältnissen und seinem Lebensweg zu äußern, wie ein Gerichtssprecher sagte. Zudem ist geplant, ein Attest zum Gesundheitszustand des behinderten Opfers Markus Würth zu verlesen.

Am ersten Prozesstag (11. September) war die Anklage vorgetragen worden. Demnach soll der Angeklagte (48) mit noch unbekannten Mittätern den damals 50 Jahre alten Sohn des baden-württembergischen Unternehmers und Milliardärs Reinhold Würth entführt haben. Die Tat ereignete sich im Juni 2015 in einer integrativen Wohngruppe für behinderte und nicht-behinderte Menschen im osthessischen Schlitz. Drei Millionen Euro Lösegeld wurden gefordert. Aber die Übergabe scheiterte. Das Opfer kam unversehrt frei.

Ausgewählt wurde der Würth-Sohn womöglich, weil er nicht sprechen kann - und den Entführer im Falle des Scheiterns nicht verraten konnte. Der Gehandicapte ist wegen eines Impfschadens seit dem ersten Lebensjahr behindert, wie die Würth-Pressestelle mitgeteilt hatte.

Im März dieses Jahres nahm eine Spezialeinheit der Polizei den mutmaßlichen Täter fest, einen Handwerker aus Serbien. Vorausgegangen waren lange, intensive Ermittlungen. Genutzt wurde dabei auch mehrfach die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst". Der Angeklagte bestritt das Kidnapping nach Polizei-Angaben wortreich. Zuletzt schwieg er zu dem Vorwurf des erpresserischen Menschenraubs.

Am dritten Prozesstag (15. Oktober, 9.00 Uhr) ist die Mutter des Entführungsopfers, Carmen Würth, zu einer Zeugenaussage geladen. Zudem sollen zum Beginn der Beweisaufnahme mehrere Zeugen vernommen werden, darunter Polizeibeamte.

Das Landgericht Gießen will den Fall an insgesamt zwölf Prozesstagen bis Anfang Dezember verhandeln. Die Ermittlungen der Polizei laufen unterdessen weiter. Die Beamten schließen nicht aus, dass an der Entführung mehrere Personen beteiligt waren.

Im Fall einer Verurteilung muss der Angeklagte mit einer Haftstrafe zwischen 5 und 15 Jahren rechnen. Der Fall ist nach Polizei-Angaben eine der spektakulärsten Entführungen in der jüngeren deutschen Kriminalgeschichte.

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