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Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand.

Prozess gegen mutmaßlichen Extremisten eröffnet

Ein junger Mann aus Somalia muss sich seit Dienstag wegen des Vorwurfs des Mordversuchs und der Beihilfe zum Mord sowie mutmaßlicher Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor dem Oberlandesgericht Frankfurt verantworten.

Ein junger Mann aus Somalia muss sich seit Dienstag wegen des Vorwurfs des Mordversuchs und der Beihilfe zum Mord sowie mutmaßlicher Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor dem Oberlandesgericht Frankfurt verantworten. Der Angeklagte, dessen Alter nicht genau feststeht, gehörte laut Anklage der Bundesanwaltschaft von Mai bis September 2012 in seiner Heimat der somalischen Extremistenorganisation Al Shabaab an. Er soll in diesem Zeitraum eine Ausbildung an der Waffe absolviert sowie Tötungsaufträge entgegengenommen haben.

Im Frühsommer 2012 soll er einem anderen Al-Shabaab-Kämpfer bei der Ausführung eines Tötungsauftrags geholfen und einige Zeit später selbst in einem Café auf einen Zivilisten geschossen haben. Während im ersten Fall das Opfer in einer Moschee beim Beten getötet worden sein soll, habe das Opfer im Café die Schüsse schwer verletzt überlebt. Die Anklage geht bei beiden Taten vom Mordmerkmal der Heimtücke aus.

Am ersten Verhandlungstag äußerte sich der Mann nicht zu den Vorwürfen. Nach dem misslungenen Tötungsauftrag soll er bei seiner Organisation in Ungnade gefallen und inhaftiert worden sein. Später gelang ihm die Flucht nach Deutschland, wo er sich dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge offenbart haben soll. Nach seiner Inhaftierung soll er sich im Februar dieses Jahres von den Taten distanziert haben.

Die Anklage geht davon aus, dass der Mann derzeit entweder 21 oder 23 Jahre alt ist. Somit kommt bei einer möglichen Verurteilung für die mehr als sechs Jahre zurückliegenden Taten auf jeden Fall Jugendstrafrecht mit einer Höchststrafe von zehn Jahren in Betracht. Auf den Staatsschutzsenat dürfte eine ausgedehnte Beweisaufnahme zukommen, vorerst sind zwölf Verhandlungstermine bis Ende Januar kommenden Jahres angesetzt.

(dpa)

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