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Prozess um erdrosselte Geliebte: 32-Jähriger vor Gericht

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Justitia
Eine Figur der blinden Justitia. © Christoph Soeder/dpa/Symbolbild

Wegen Mordes aus Habgier und niederen Beweggründen muss sich seit Donnerstag ein 32-jähriger Mann vor dem Mainzer Schwurgericht verantworten. Die Anklage wirft dem verheirateten Mann aus dem hessischen Bensheim vor, im Juni 2021 auf einem Feld zwischen Stetten und Flomborn (Landkreis Alzey-Worms) eine 38-jährige Rheinhessin getötet zu haben. Er soll sie im Februar 2021 über ein Kontaktportal kennengelernt und eine Affäre mit ihr gehabt haben.

Mainz/Bensheim - Er habe seine Ehe unbeschwert weiterführen wollen, weshalb er die Frau erdrosselte.

Der Mord sei zugleich der Versuch gewesen, eine Schwangerschaft abzubrechen, die ihm die 38-Jährige vorgetäuscht haben soll, hieß es. Der aus der U-Haft vorgeführte und nicht vorbestrafte Angeklagte äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Zum Prozessauftakt erklärten seine Anwälte: „Unser Mandant wird sich schweigend verteidigen.“

Als Nebenklägerinnen treten die Mutter (62) und die Schwester (36) des Opfers im Prozess auf. Die Vernehmung der Mutter musste schon nach wenigen Minuten abgebrochen werden. Das Gericht entschied nach Beratung mit Anwälten und Staatsanwaltschaft, dass man gegebenenfalls ganz auf die gerichtliche Aussage der Zeugin verzichten will. „Fragen zur Auffindesituation ihrer Tochter können wir der Frau unmöglich direkt stellen“, sagte der Richter. Die Leiche soll Verbrennungen aufgewiesen haben, vermutlich durch Blitzschlag, wie die Schwester sich an eine Aussage eines Kripobeamten vor Ort erinnerte.

Laut Anklage soll der Hesse bereits vorher eine Geliebte gehabt haben. Als nun das spätere Opfer ihm eine Schwangerschaft vortäuschte, habe der Mann befürchtet, seine zweite Affäre würde auch noch auffliegen. Zudem hätten weitere Unterhaltszahlungen für ihn den finanziellen Ruin bedeutet. Das Gericht hat neun weitere Termine bis Ende März terminiert. dpa

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