Justitia
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Die Justitia ist an einer Scheibe am Eingang zum Oberlandesgericht zu sehen.

Prozess um getötetes Ehepaar auf Reiterhof vor Abschluss

Bereits zum dritten Mal geht es vor Gericht um den gewaltsamen Tod eines Ehepaares auf einem Reiterhof. Für die Verteidigung war es ein Akt der Notwehr, für die Anklage Mord. Nun soll es zum Urteil kommen.

Frankfurt/Main - Nach knapp drei Monaten steht der Prozess um den gewaltsamen Tod eines Ehepaares auf einem Reiterhof in Maintal-Dörnigheim (Main-Kinzig-Kreis) vor dem Abschluss. Das Landgericht Frankfurt will am Dienstag (13. Juli) das Urteil verkünden. Verteidigung und Staatsanwaltschaft haben in dem Prozess den Fall unterschiedlich bewertet. Der Staatsanwalt forderte für den 66 Jahre alten Angeklagten lebenslange Haft wegen Mordes und für seinen Sohn elf Jahre Haft wegen Totschlags. Die Verteidiger hingegen beantragten Freispruch beziehungsweise geringfügige Strafen wegen diverser Waffendelikte und sprachen von Notwehr. (Az.: 3590 Js 231230/20)

Hintergrund der Tat vom Juni 2014 waren Streitigkeiten über Mietschulden, die die Angeklagten bei dem Ehepaar hatten. Dabei soll der jüngere Angeklagte den 57 Jahre alten Mann erstochen haben. Kurz darauf soll der 66-Jährige die Frau erschossen haben. Die unter einem Misthaufen vergrabenen Leichen wurden erst später gefunden. Nach Schilderung der Angeklagten wurden sie von dem Ehepaar mit Hunden und einem Beil bedroht. Sie hätten in Notwehr gehandelt, sagten sie.

In den beiden vorangegangenen Prozessen konnten sie sich mit dieser Version durchsetzen. Der Vater sprach zum Auftakt des Prozesses von einer „Panikaktion“. Der Bundesgerichtshof hatte beide Freisprüche kassiert und den dritten Prozess schließlich nach Frankfurt verwiesen. Die Schwurgerichtskammer vernahm seit Mitte April zahlreiche Zeugen. Beide Angeklagte sind auf freiem Fuß. dpa

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