PSA-Chef Tavares: Opel-Sanierung zu einem Drittel geschafft

Mehr als ein Jahr nach der Opel-Übernahme sieht der französische Autokonzern PSA den Umbau des deutschen Herstellers zu etwa einem Drittel geschafft.

Mehr als ein Jahr nach der Opel-Übernahme sieht der französische Autokonzern PSA den Umbau des deutschen Herstellers zu etwa einem Drittel geschafft. „Ich denke, wir sind bei einem Drittel, vielleicht 30 bis 40 Prozent”, sagte PSA-Chef Carlos Tavares am Dienstag auf der Pariser Automesse vor deutschen Journalisten. Der Mutterkonzern von Peugeot und Citroën hatte Opel im Sommer des vergangenen Jahres übernommen und einen Sanierungskurs verordnet. Im ersten Halbjahr 2018 hatte der seit vielen Jahren defizitäre Autobauer überraschend einen operativen Gewinn ausgewiesen.

Kritisch äußerte Tavares sich über die Regeln der deutschen Mitbestimmung: „Was uns in gewissem Maße in manchen Fällen verlangsamt hat, ist der Rechtsrahmen der Mitbestimmung, der sehr schwer ist”, sagte der PSA-Chef. Er führe viele Gespräche mit Gewerkschaften rund um die Welt, „und ich kann Ihnen sagen, dass wir in manchen Fällen viel schneller vorankommen”. PSA werde alle Vorschriften in Deutschland einhalten, versicherte Tavares, merkte aber an: „Ist das der beste Weg, um die deutsche Industrie (...) zu fördern? Es ist an Ihnen, darüber nachzudenken.”

Dem mit Gewerkschaften und Betriebsrat in Deutschland vereinbarten Sanierungs-Tarifvertrag für Opel waren heftige Diskussionen vorangegangen. Zuletzt hatten die Pläne, sich mangels Auslastung von Teilen des Opel-Entwicklungszentrums in Rüsselsheim zu trennen, für Spannungen gesorgt.

Tavares betonte, die Zukunftsfähigkeit der Firma ergebe sich aus wiederkehrenden Gewinnen. Dafür dürften Probleme nicht aufgeschoben werden.

(dpa)

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