Kommunen sind sich einig

Rad-Direktverbindung zwischen Frankfurt und Darmstadt wird ab 2018 gebaut

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Die erste Rad-Verbindung Hessens zwischen Frankfurt und Darmstadt nimmt langsam Gestalt an. Nach langem Hin und Her haben sich die sieben beteiligten Kommunen auf eine Route geeinigt. 8,4 Millionen Euro wird das Projekt kosten. Der Bau soll nächstes Jahr beginnen.

Direkt, zügig und ohne Hindernisse: Wenn es nach dem Regionalverband Frankfurt/RheinMain geht, sollen künftig bis zu 15 000 Pendler den Autositz gegen einen Fahrradsattel tauschen und mit dem Rad zur Arbeit fahren. Als erste Route soll eine Rad-Direktverbindung zwischen Frankfurt und Darmstadt umgesetzt werden.

Vergangene Woche sind sich die vom Radweg betroffenen Kommunen Neu-Isenburg, Dreieich, Langen, Egelsbach, Erzhausen und Darmstadt auch in Details einig geworden. Bereits im Herbst letzten Jahres war in etwa klar, wo es langgehen soll – und wo nicht. So machten die Forstämter den Planern vom Regionalverband damals schnell klar, dass mit ihnen keine Asphaltierung von Waldwegen und auch keine durchgängige Beleuchtung sowie keine Rodung im Bannwald zu machen sei.

Neben den Aspekten des Naturschutzes besteht die Herausforderung für die Planer, auch die Interessen der Kommunen zu wahren. Über Letzteres war Manfred Ockel, Geschäftsführer des Regionalparks Rhein-Main-Südwest und gleichzeitig Kelsterbacher Bürgermeister, sehr zufrieden.

Das öffentliche Unternehmen hat im Januar 2017 die Trägerschaft für das Projekt übernommen. „Wir haben ein sehr konstruktives Miteinander“, sagt Ockel. In den Kommunen Neu-Isenburg und Langen werden die Bahnhöfe als „Andockpunkte und Vernetzungsmöglichkeiten“ passiert. Des Weiteren sollen Wege der Regionalpark-Route genutzt werden. In Dreieich werden die Pendler innerorts durch Fahrradstraßen geleitet. Endpunkt soll der Darmstädter Hauptbahnhof sein.

Mit dem Bau des ersten Abschnittes soll frühestens im Sommer 2018 begonnen werden. Die Kosten für die Route schätzt der Regionalverband auf 8,4 Millionen Euro. Das Geld kommt zu 80 Prozent vom Land Hessen. 20 Prozent verteilen sich auf die Schultern der Kommunen. Einige Teilabschnitte könnten auch mit einem neuen Förderprogramm des Bundes finanziert werden.

Gemäß dem Motto „Gebaut wird, wo Menschen sind“, hat sich das hessische Pilotprojekt an Konzepten aus den Niederlanden orientiert. Dort führen die Radschnellwege durch Wohngebiete oder sind zumindest durch Radwege-Zubringer auch für Schüler schnell zu erreichen. Eine Beleuchtung in den frühen Morgenstunden oder abends wird dort oft mit Bewegungsmeldern ermöglicht. Die Radwege sind so breit konzipiert, dass zwei Radler bequem nebeneinander fahren können, ohne den Gegenverkehr zu behindern.

Auch wenn sich die Initiatoren Anregungen bei den Nachbarn holen, ganz so feudal werden es die hiesigen Rad-Pendler erstmal nicht haben. Die Route ist zunächst ein Kompromiss, der Weg wird nicht breiter als vier Meter sein und setzt auf bereits bestehende Verbindungen. Die Investition lohne sich erst, wenn täglich im Durchschnitt 2000 Radler die Strecke nutzen, so Birgit Sommer vom Regionalverband. Man müsse also erstmal warten, wie die Route angenommen werde. Ungeklärt ist, wie die Route durch den Stadtwald verlaufen soll.

Zumindest das Frankfurter Forstamt ist noch nicht in die aktuellen Pläne eingeweiht. Dort hofft man, dass auf vorhandene Infrastruktur zurückgegriffen wird. Man sei gerade dabei, zwei Kilometer Asphalt zurückzubauen. Der Bannwald sei weiterhin tabu.

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