Zu Raubüberfällen gezwungen?: Angeklagter bestreitet

Usingen/Frankfurt (dpa/lhe) - Ein wegen Bedrohung und Körperverletzung angeklagter Mann aus dem Hochtaunuskreis hat zum Prozessauftakt bestritten, seinen Kumpel zu Raubüberfällen gezwungen zu haben.

Usingen/Frankfurt (dpa/lhe) - Ein wegen Bedrohung und Körperverletzung angeklagter Mann aus dem Hochtaunuskreis hat zum Prozessauftakt bestritten, seinen Kumpel zu Raubüberfällen gezwungen zu haben. Auch habe er den 19-Jährigen nicht von einem Baucontainer gestoßen. „Er ist auf den Container geklettert, um einen Fußball zu holen. Dabei ist er gestürzt”, sagte der 20-Jährige aus Neu-Anspach am Mittwoch im Frankfurter Landgericht. Der Mann hatte sich dabei beide Arme gebrochen.

Laut Anklage soll er den 19-Jährigen zudem zu zwei Raubüberfällen im Jahr 2016 auf eine Tankstelle und eine Spielhalle in Usingen gezwungen haben. Dabei soll er selbst Schmiere gestanden haben. Insgesamt wurden über 2000 Euro erbeutet.

Das mutmaßliche Opfer berichtete dagegen, im Juli 2016 von dem Angeklagten von dem Container geschubst worden zu sein. Er hatte wenige Tage zuvor einen Friseur in Usingen überfallen, der Angeklagte stand demnach dabei Schmiere. Danach hätten ihn Gewissensbisse geplagt haben und so habe er dem Angeklagten auf dem Container angekündigt, sich der Polizei zu stellen, sagte der 19-Jährige. Daraufhin habe dieser ihn gestoßen und ihm noch gedroht, ihn umzubringen.

Aus Angst habe er im September und Oktober 2016 auf Anweisung des Angeklagten die Spielhalle und die Tankstelle in Usingen überfallen. Eigentlich sei jeweils ein gemeinsamer Überfall vereinbart gewesen. „Er stand hinter mir und hat bis Drei gezählt. Dann bin ich reingerannt, aber er ist nicht mitgekommen”, erzählte er. Der Angeklagte habe draußen auf ihn gewartet und die Beute entgegengenommen.

Der Prozess wird fortgesetzt, es sind bislang drei weitere Verhandlungstermine geplant.

(dpa)

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