Die Polizei in Hessen holt zusammen mit dem LKA zu einem Rundumschlag gegen Drogenkriminalität aus – es gab auch Einsätze in Frankfurt. (Symbolbild)
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Die Polizei in Hessen holt zusammen mit dem LKA zu einem Rundumschlag gegen Drogenkriminalität aus – es gab auch Einsätze in Frankfurt. (Symbolbild)

Kriminalität

Großrazzia in Hessen: Polizei schlägt auch in Frankfurt zu – LKA nennt Details

  • vonJan Lucas Frenger
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Die Polizei holt zum Rundumschlag gegen Drogenkriminalität in Hessen aus. Das Ergebnis der groß angelegten Razzia kann sich sehen lassen.

Wiesbaden – Der Polizei ist am Montag (07.06.2021) ein großer Rundumschlag gegen Drogenkriminalität in Hessen gelungen. Im Rahmen einer weltweiten Aktion unter der Führung des FBI und Europol konnten in Hessen* im Rahmen zweier Ermittlungsverfahren der Generalstaatsanwaltschat Frankfurt gleich mehrere Erfolge erzielt werden.

Eines der Ermittlungsverfahren unter der Führung des Landeskriminalamts Hessen (LKA) und des Zollfahndungsamts Frankfurt richtete sich gegen eine vermeintlich kriminelle Gruppierung aus dem Main-Kinzig-Kreis. In dieser Gruppierung befanden sich laut Angaben des LKA insgesamt 19 Beschuldigte im Alter von 25 bis 37 Jahren, die unter anderem im Verdacht stehen, Handel mit Betäubungsmitteln im großen Stil betreiben zu haben. Im Zuge der Großrazzia durchsuchte die Polizei am Montag über 30 Objekte der mutmaßlich kriminellen Organisation in ganz Hessen – darunter Immobilien in Frankfurt*, in Hanau, in Offenbach, im Main-Kinzig-Kreis, im Wetteraukreis, im Hochtaunuskreis, im Main-Taunus-Kreis, im Landkreis Darmstadt-Dieburg und im Kreis Bergstraße.

Drogen-Razzia des LKA in Hessen: Durchsuchungen in Frankfurt

Die Polizei nahm die Beschuldigten vorläufig fest – gegen fünf Täter liegen laut LKA bereits Haftbefehle des Amtsgerichts Hanau vor, die im Laufe des Dienstags bei insgesamt drei Beschuldigten verkündet wurden. Auch im Ausland konnte die Polizei Mitglieder der Gruppierung, gegen die ebenfalls bereits ein Haftbefehl vorliegt, festnehmen. Die beiden flüchtigen Straftäter wurden von den Behörden laut LKA in Spanien festgesetzt – die Auslieferung nach Deutschland soll noch erfolgen. Drei weitere Beschuldigte der Organisation sollen den offiziellen Berichten nach noch am Dienstag (08.06.2021) dem Haftrichter vorgeführt werden.

Bei dem zweiten Verfahren handelt es sich ebenfalls um eine Gruppierung – dieses Mal allerdings aus dem Rhein-Main-Gebiet. Dort konnte die Polizei insgesamt 16 Beschuldigte im Alter von 24 bis 46 Jahren identifizieren – die Vorwürfe lauten: Drogenschmuggel in umgebauten Fahrzeugen sowie die Herstellung von Rauschmitteln zum späteren Verkauf in speziellen Laboren. Laut Pressemitteilung wurden bei dem Einsatz am Montag knapp 50 Objekte verteilt auf Frankfurt, Wiesbaden, Kassel sowie den Hochtaunuskreis und den Main-Taunus-Kreis, durchsucht. Insgesamt acht Beschuldigte befinden sich aufgrund von Haftbefehlen des Amtsgerichts Frankfurt am Main bereits seit Montag in Untersuchungshaft – darüber hinaus werde dem LKA zufolge am Dienstag ein weiterer Haftbefehl vollstreckt.

Neben Drogen und Waffen stellten die Beamten der Polizei im Rahmen der Großrazzia in Hessen auch Bargeld sicher.

Großrazzia des LKA: 1500 Einsatzkräfte in Hessen im Einsatz

Den mutmaßlichen Tätern drohen nun lange Freiheitsstrafen zwischen fünf bis 15 Jahren. Neben den zwei Ermittlungsverfahren der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt führten auch die Staatsanwaltschaften in Darmstadt, Hanau und Wiesbaden strafprozessuale Maßnahmen in Zusammenarbeit mit dem LKA Hessen und örtlichen Polizeidienststellen durch.

Laut Polizeibericht waren an der groß angelegten Razzia im gesamten Land Hessen mit knapp 130 vollstreckten Durchsuchungsbeschlüssen, darunter zahlreiche in Frankfurt, für verschiedene Objekte und Immobilien annähernd 1500 Einsatzkräfte beteiligt. Das Fazit kann sich sehen lassen: 120 Kilogramm Marihuana, 25 Kilogramm Haschisch, über 6000 Cannabis-Pflanzen, drei Kilogramm Heroin, circa ein Kilogramm Kokain, 100 Kilogramm Streckmittel, über 30 Kilogramm Amphetamine und 15 Kanister Amphetaminbase standen am Ende des Tages zu Buche. Darüber hinaus stellte die Polizei laut offiziellen Angaben über 20 Waffen sowie mehrere Schusswaffen sicher. Neben Drogen und Waffen beschlagnahmten die Beamten zudem über 30 hochwertige Fahrzeuge und Bargeld in Höhe von 250.000 Euro.

Drogen-Razzia in Hessen mit Einsätzen in Frankfurt: Entschlüsselte Krypto-Daten als Grundlage

Die Informationen hinsichtlich krimineller Machenschaften in Hessen basieren auf einem seit Oktober 2018 geführten Verfahren der US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörden – die Daten wurden der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) seit Mai 2021 zur Verfügung gestellt. Durch Europol wurde bereits Mitte März 2021 eine sogenannte Operational Task Force (OTF) eingerichtet. Die OTF koordiniert das internationale polizeiliche Vorgehen. Den Beschuldigten konnte man laut Aussagen mehrerer Behörden durch Nachrichten aus einem verschlüsselten Kryptonetzwerk und sogenannten Kryptohandys, die von Kriminellen zur geheimen Kommunikation genutzt werden, auf die Schliche kommen. Das Netzwerk mit dem Namen „Anom“ wurde demnach von zahlreichen Straftätern und Gruppierungen zum organisierten Drogenhandel verwendet – unwissentlich, dass es sich dabei um eine eigens zum Zweck der Überwachung in Umlauf gebrachte Plattform der Behörden handelte.

So gelang den Behörden die langfristige Überwachung zahlreicher krimineller Organisationen, wie in Frankfurt. Nach der Identifizierung von Tatverdächtigen werden die entsprechenden Ermittlungsverfahren durch die ZIT zur weiteren Bearbeitung an die örtlichen zuständigen Strafverfolgungsbehörden abgegeben. Bislang konnten in diesem Ermittlungskomplex laut Angaben des LKA über 20 Ermittlungsverfahren gegen mehr als 80 Tatverdächtige eingeleitet werden. Am Montag durchsuchten die Beamten in diesen Verfahren auf Grundlage der entschlüsselten Daten deutschlandweit über 150 Objekte und nahmen mehr als 70 Personen fest. Der Schwerpunkt der Maßnahmen lag dabei in Hessen.

Razzia mit Schwerpunkt in Hessen: Einzigartige weltweite Aktion

Doch nicht nur in Deutschland holte die Polizei, wie in Frankfurt am Montag, zum Rundumschlag gegen die organisierte Kriminalität aus. Insgesamt waren an dem von Europol international koordinierten Vorgehens von Strafverfolgungsbehörden 15 Länder beteiligt – Deutschland war eines davon.

Die Polizei und das LKA beschlagnahmten auch zahlreiche Fahrzeuge.

Europol selbst beschreibt dieses Vorgehen als bislang einzigartig. Das Resultat der Aktion in 15 Ländern: 700 Durchsuchungen, 800 Verhaftungen, sowie die Sicherstellung von acht Tonnen Kokain, zwei Tonnen Amphetamine, 22 Tonnen Marihuana, 250 Feuerwaffen und 48 Millionen in verschiedenen Währungen. (Jan Lucas Frenger) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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