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Rhein über documenta: Mehr „Lumbung“ täte gut

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documenta fifteen
Frank-Walter Steinmeier (r) begrüßt bei der Eröffnung der documenta fifteen Boris Rhein (CDU, l). © Boris Roessler/dpa

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat bei der Eröffnung der documenta fifteen deren Rolle als eine der weltweit bedeutendsten Kunstausstellungen betont. „Die documenta ist dabei auch eine Plattform kulturellen Austausches über verschiedene Kulturräume hinweg“, sagte er am Samstag in Kassel. In schwierigen politischen Zeiten biete sie oft eine erste Brücke, um Verbindungen aufzubauen, zu stärken und zu erweitern.

Kassel - Die diesjährige documenta repräsentiert den Globalen Süden. Mit Ruangrupa wird die Schau erstmals von einem indonesischen Künstlerkollektiv kuratiert. Das Konzept der Gruppe fußt auf der indonesischen Lumbung-Architektur. „lumbung“ ist in dem Inselstaat das Wort für eine gemeinschaftlich genutzte Reisscheune, in der die überschüssige Ernte zum Wohle der Gemeinschaft gelagert wird. Diese Tradition des Teilens will Ruangrupa auf die Weltkunstausstellung in Kassel übertragen. Im Mittelpunkt steht nicht das Werk, sondern Kunst als kollektiver Prozess.

Die Kuratoren geben damit der documenta einen ganz eigenen Stil, wie Rhein sagte. „Lumbung und kollektive Praxis verstehe ich auch als Inspiration“, sagte Rhein, der die Schau gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) besuchte. „Ein wenig mehr gemeinsam genutzte „Reisscheune“ täte im Zweifel der ein oder anderen politischen Position gut.“

Die documenta gibt es seit 1955 in Kassel. In diesem Jahr ist die Ausstellung über rund 32 Standorte in der Stadt verteilt. 14 Kollektive, Organisationen und Institutionen sowie 54 Künstlerinnen und Künstler präsentieren 100 Tage lang ihre Werke und Darbietungen. Die neben der Biennale in Venedig weltweit bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst findet nur alle fünf Jahre statt. Die 15. Ausgabe geht bis zum 25. September. dpa

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