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Karnevalisten gehen am 08.02.2016 in Seligenstadt (Hessen) bei starkem Regen durch die Altstadt, nachdem der traditionelle Rosenmontagszug wegen einer Sturmwarnung abgesagt worden war.

Umzüge in Frankfurt fallen aus

Rosenmontagszüge in Hessen abgesagt

Das am Rosenmontag über Hessen ziehende Sturmtief kann bei örtlichen Gewittern Windgeschwindigkeiten zu bis 100 Kilometern pro Stunde erreichen - das entspricht der Stärke 10. In Osthessen seien Stärken von 8 bis 9 am Nachmittag möglich, sagte Lars Kirschhübel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Die hessischen Kommunen stellen Sicherheit über Spaß und Brauchtum: Der Kinderumzug in Frankfurt-Bockenheim wurde kurzfristig abgesagt. Auch der Kinder-Rosenmontagsumzug in Frankfurt-Sindlingen, der normalerweise um 14.11 Uhr beginnt, startet nicht. Michael Streubel, der Vorsitzende des 1. Sindlinger Karnevalvereins, zur Absage des Kinderumzugs in Frankfurts westlichstem Stadtteil: „Mir als Vorsitzenden ist es bestimmt nicht leicht gefallen, die Sache schweren Herzens abzublasen. Aber mit Blick auf eine ganze Reihe Absagen und den einsetzenden Regen konnten ich leider nicht anders entscheiden. Es tut mir Leid, dass sich viele große Mühe und Arbeit mit den Vorbereitungen gemacht haben. Wir werden über eine Alternativveranstaltung nachdenken, wäre doch mal ne Gaudi so was im Sommer zu machen. Wir lassen von uns hören.“ Auch die Kindereinrichtungen in Frankfurt-Griesheim haben am Mittag ihren Kinderumzug durch den Stadtteil abgesagt.  

Das am Rosenmontag über Hessen ziehende Sturmtief kann bei örtlichen Gewittern Windgeschwindigkeiten zu bis 100 Kilometern pro Stunde erreichen - das entspricht der Stärke 10. In Osthessen seien Stärken von 8 bis 9 am Nachmittag möglich, sagte Lars Kirschhübel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Die hessischen Kommunen stellen Sicherheit über Spaß und Brauchtum: Der Kinderumzug in Frankfurt-Bockenheim wurde kurzfristig abgesagt. Auch der Kinder-Rosenmontagsumzugin Frankfurt-Sindlingen, der normalerweise um 14.11 Uhr beginnt, startet nicht. Michael Streubel, der Vorsitzende des 1. Sindlinger Karnevalvereins, zur Absage des Kinderumzugs in Frankfurts westlichstem Stadtteil: „Mir als Vorsitzenden ist es bestimmt nicht leicht gefallen, die Sache schweren Herzens abzublasen. Aber mit Blick auf eine ganze Reihe Absagen und den einsetzenden Regen konnten ich leider nicht anders entscheiden. Es tut mir Leid, dass sich viele große Mühe und Arbeit mit den Vorbereitungen gemacht haben. Wir werden über eine Alternativveranstaltung nachdenken, wäre doch mal ne Gaudi so was im Sommer zu machen. Wir lassen von uns hören.“ Auch die Kindereinrichtungen in Frankfurt-Griesheim haben am Mittag ihren Kinderumzug durch den Stadtteil abgesagt.  

In Mengerskirchen (Kreis Limburg-Weilburg) findet der Umzug ebenfalls nicht statt. Ersatzweise treffen sich alle Narren im Bürgerhaus „Schloss“. Auch der für Fastnachtsdienst geplante Frankfurter Fasnachtszug durch Klaa Pariswurde soeben abgesagt. „Ursprünglich wollten wir erst morgen eine Entscheidung treffen. Aber da das Wetter morgen noch schlimmer sein soll und wir weitere Kosten – etwa für den Tribünenaufbau -  sparen wollten, haben wir uns entschieden, den Zug bereits heute abzusagen“, sagt der Chef der Zuggemeinschaft Klaa Paris und Bürgermeister der närrisch-freien Reichsstadt, Dietmar Pontow.

Der traditionsreiche Umzug "Klaa Paris" macht sich normalerweise am Fastnachtsdienstag um 14.31 Uhr auf den Weg durch den Stadtteil Heddernheim.111 Zugnummern waren beim 177. Umzug geplant, die Veranstalter erwarteten rund 100 000 Zuschauer. Pontow: „Wir holen den Umzug auf jeden Fall im Frühjahr nach.“ Es ist erst das zweite Mal in der 177-jährigen Geschichte, dass es Zug abgesagt wird. 1991 war es wegen des Beginns des Golfkriegs der Fall.

In den närrischen Hochburgen in Rheinland-Pfalz sind inzwischen alle Umzüge wegen des nahenden Sturmes abgesagt worden. In Mainz, Koblenz und Trierteilten die Fastnachter und Karnevalisten mit, dass aus Sicherheitsgründen keine Wagen durch die Städte fahren werden. Der Umzug in der nordrhein-westfälischen Narren-HochburgDüsseldorfwurde ebenso abgesagt wie der in Münster. Im Saarland sind inzwischen fast alle Umzüge gecancelt, darunter die großen in Saarbrücken-Burbach und Neunkirchen. In Koblenzwurde der Romo-Zug aus Sicherheitsgründen abgesagt, teilte die Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval mit.   Nur die Narrenhochburg Kölntrotzt allen Stürmen: Pünktlich um 10.00 Uhr setzte sich der größte deutsche Karnevalszug in Bewegung - und fast wie bestellt wurde das Wetter zunächst sogar besser: Der Regen hörte auf, die Sonne kam durch.

Es wehte zunächst auch kein starker Wind. Der Rosenmontagszug findet allerdings nur mit zahlreichen Einschränkungen statt. Die sonst üblichen 500 Pferde werden nicht am Zug teilnehmen. Prunkwagen samt Figuren sollten wie geplant rollen, aber Großfiguren in den Fußgruppen seien nicht zugelassen, ebenso wie Fahnen und Trageschilder. Sollte sich die Wetterlage verschlechtern, kann der Zug nach Angaben seines Koordinators Christoph Kuckelkorn aber jederzeit abgebrochen werden.

  In Mainzmacht man sich unterdessen Gedanken, was man mit den fertig gebauten Wagen und den vielen Kostümen anstellen könnte. Möglicherweise, heißt es in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt, werde der Rosenmontagszug nachgeholt. „Es schwebt so ein bisschen dieser Gedanke jetzt im Raum, ob wir vielleicht zum 200. Jubiläum von Rheinhessen irgendwann einen Umzug machen“, sagte der Sprecher des Mainzer Carneval-Vereins (MCV), Michael Bonewitz. Eine Entscheidung über  einen Nachholtermin sei aber noch nicht gefallen.  

Am heutigen Rosenmontag planen einige Garden trotz der Absage des großen Rosenmontagszuges einen kleinen Musikumzug. Die „Mutter aller Garden“ organisiere ab 13.11 Uhr zusammen mit anderen Garden einen Zug durch die Mainzer Altstadt, teilte der Ehren-Generalfeldmarschall der Mainzer Ranzengarde, Johannes Gerster, mit. Die „echten Idealisten der Määnzer Fassenacht“ wollten trotz Sturmwarnung und Absage des Zuges auf ihre Weise Rosenmontag feiern.

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