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Ungewöhnliche Funde, Irrfahrt und Gemüsediebe: Die kuriosesten Polizei-Geschichten aus Hessen

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Von: Isabel Wetzel

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Ein Polizist schaut durch ein Fernglas. Wir blicken auf die kuriosesten hessischen Fälle 2021.
Immer wieder gibt es in Polizeiberichten auch etwas zum Schmunzeln. Wir blicken auf die kuriosesten hessischen Fälle 2021. © Jens Wolf/dpa

Neben vielen ernsten Einsätzen erlebt die Polizei auch immer wieder Geschichten, über die man nur schmunzeln kann. Acht kuriose Meldungen aus Hessen im Jahr 2021.

Frankfurt ‒ Gerade in Zeiten von Corona* haben es Polizisten nicht immer leicht und werden oft mit unschönen und unangenehmen Einsätzen konfrontiert. In den letzten zwei Jahren kamen durch die Maßnahmen in de Pandemie zahlreiche neue Aufgaben auf die Gesellschaft zu, die vor allem auch die Polizei häufig vor Probleme stellte*. Hinzu kommen tragische Unfälle und gefährliche Kriminelle, die die Ermittler herausfordern.

Bei allen Ermittlungen und Anfeindungen dürften aber selbst hartgesottene und erfahrene Beamte sich bei manchen Einsätzen ein Kopfschütteln oder Schmunzeln nicht verkneifen können. Auch im vergangenen Jahr gab es wieder zahlreiche ungewöhnliche Fälle in Hessen*. Wir blicken auf die acht kuriosesten Polizeimeldungen aus dem Jahr 2021.

1. Flughafen Frankfurt: Polizei erwischt Pärchen „in flagranti“ beim Liebesspiel

Auf einer Sitzgruppe im Bereich des Fernbahnhofs am Flughafen in Frankfurt* vergnügte sich im April 2021 ein Pärchen beim Liebesspiel, bis die Polizei kam. Ein 53-jähriger Mann und eine 30-jährige Frau waren trotz anfänglicher Freizügigkeit dann aber doch sichtlich peinlich berührt, als sie von der Streife quasi „in flagranti“ erwischt wurden.

Ihre mangelnde Vorsicht brockte ihnen dann noch deutlich mehr ein als ein Hausverbot der Deutschen Bahn (DB)* und eine Strafanzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. In der Corona-Pandemie gelten gerade im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs immer wieder besondere Sicherheitsvorkehrungen und strenge Regeln. Inniges Küssen ist an einem Bahnhof daher eher tabu. Weil die Liebenden nicht den notwendigen Mund-Nasen-Schutz getragen haben, gab es noch eine zusätzliche Anzeige.

2. Gut gekleidet zum Überfall in Fulda: Bankräuber fällt mit roter Krawatte auf

Bankräuber mit Sturmhaube oder Faschingsmaske kennt man aus dem Fernsehen. Eine etwas andere Vorgehensweise zeigte ein Räuber mit Hang zu eher ungewöhnlichen Utensilien und einem auffälligen Kleidungsstil. Mit einer grünen Tüte in der Hand und einer roten Krawatte um den Hals, versuchte der Bankräuber im Mai die Filiale einer Bank in Fulda auszuräumen*. Mit einer Waffe drohte der schicke Räuber dann einer Mitarbeiterin und wollte eine große Summe Bargeld von ihr - jedoch ohne Erfolg. Die Bankmitarbeiterin verweigerte ihm das geforderte Geld und der Räuber musste ohne Beute das Weite suchen.

3. Dreiste Gemüsediebe klauen 300 Kilo Spargel: Videoüberwachung im Feld?

Die Organisation der Ernte ist in den vergangen beiden Spargelsaisons für die Bauern in der Corona-Pandemie wahrlich nicht leicht gewesen. Doch seit Mai 2021 müssen sie auch noch Gemüsediebe in Hessen fürchten. Auf einem Spargelfeld im südhessischen Ginsheim-Gustavburg (Kreis Groß-Gerau) ernteten Diebe in einer Nacht-und-Nebel-Aktion auf mehreren Kilometern Länge rund 300 Kilo Spargel*.

Sie waren offensichtlich Profis beim Spargelstechen, wie die Polizei damals berichtete. Die dreisten Diebe stachen das Gemüse nicht nur korrekt, sondern schlossen auch die Löcher in den Erdhügeln wieder. Kai Reinheimer, der Inhaber des betroffenen Gemüsehofs, ergänzte gegenüber der Frankfurter Neuen Presse (FNP): „Ich bin mir sicher, dass das bestimmt sechs bis acht Leute waren. Nur mit so vielen Helfern - und wenn sie geübt sind - kann man in zwei Stunden 300 Kilogramm Spargel stechen.“ Das leckere Diebesgut hatte einen Marktwert von rund 3000 Euro.  

Alles weg: Landwirt Kai Reinheimer zeigt den Acker, wo die Diebe das Gemüse in der Nacht ausgebuddelt haben.
Alles weg: Landwirt Kai Reinheimer zeigt den Acker, wo die Diebe das Gemüse in der Nacht ausgebuddelt haben. © Privat

Das ganze Ausmaß des Diebeszuges würde sich erst im kommenden Jahr zeigen, erklärte Reinheimer der FNP. Denn wenn die Mutterpflanzen bei der Aktion zerstört wurden, wächst auf dem Feld kein Gemüse mehr. Der Gemüsebauer hofft künftig auf die Unterstützung von Passanten und Spaziergängern - dass sie sich melden, wenn sie etwas Verdächtiges beobachten. Er verriet aber auch, dass er über eine Videoüberwachung auf den Anbauflächen nachdenkt. Dann dürften die Diebe nicht mehr ungesehen davonkommen.

4. Spitztour zum Spielplatz: Junge (9) klaut Autoschlüssel und baut Unfall

Zwei neun und fünf Jahre alte Brüder aus Frankfurt drängte es Ende Juli auf einen nahegelegenen Spielplatz. Dafür schnappten sich die Kinder kurzerhand die Autoschlüssel des Vaters, stiegen in den Audi A3 und fuhren los*. Bis zum Spielplatz kamen die beiden Jungen allerdings nicht. Ihr mehrere Tausend Euro teurer Ausflug endete bereits nach 50 Metern in einem Unfall mit einem geparkten Auto. Glücklicherweise kamen die Kinder noch einmal mit dem Schrecken davon und wurden bei dem Unfall im Frankfurter Gallus nicht verletzt. Der Vater konnte die Ausreißer nach ihrer Spritztour am Unfallort wieder abholen.

5. Ungewöhnlicher Fund im Gepäck: Entschärfungsteam am Flughafen Frankfurt alarmiert

Ein offenbar ungewöhnliches Faible für Dekorationen eines Amerikaners löste im Sommer am Flughafen Frankfurt* einen größeren Polizeieinsatz aus. Nicht nur ein Entschärfungsteam der Bundespolizei wurde alarmiert, auch ein Flieger musste vorübergehen am Boden bleiben.

Bei der Kontrolle in der Gepäckabfertigung glaubte Anfang August ein Mitarbeiter eine Handgranate in einem Koffer entdeckt zu haben. Sofort eilte das Entschärfungsteam heran, das gesamte Areal wurde abgesperrt. Die Spezialisten konnten allerdings sehr schnell Entwarnung geben. Der Grund für den Alarm war eine unschädlich gemachte Handgranate in einer kunstvoll gearbeiteten Skulptur.

Die vermeintliche Handgranate war in ein Kunstwerk eingearbeitet und völlig ungefährlich.
Die vermeintliche Handgranate war in ein Kunstwerk eingearbeitet und völlig ungefährlich. © Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt am Main

Die Maschine des Kofferbesitzers stand währenddessen bereits auf dem Rollfeld. Die Polizei erteilte ein Startverbot und informierte den Piloten des Flugzeugs über den Vorfall. Mit knapp eineinhalb Stunden Verspätung konnte der Flieger schließlich nach Washington starten. Sein Gepäck samt „explosivem Kunstwerk“, wie die Polizei es in der Mitteilung nannte, wurde dem Amerikaner nachgeschickt.

6. Spaziergänger macht schaurigen Fund im Wald: Beine hängen aus Pappkarton

Ende August machte ein Spaziergänger in einem Wald in Südhessen einen schaurigen Fund*. Der aufmerksame Bürger meldete der Polizei einen Karton in dem Waldstück bei Rodenbach (Main-Kinzig-Kreis), aus dem blonde Haare und möglicherweise Kinderbeine heraushingen. Aufgrund des Notrufs des Mannes fürchteten die Beamten aus Hanau zunächst einen Leichenfund, konnten vor Ort aber schnell Entwarnung geben.

In dem Wald lag keine Kinderleiche, sondern eine illegal entsorgte Sexpuppe. Ermittelt wurde im Anschluss nicht nur wegen der illegaen Müllentsorgung, sondern auch wegen „Inverkehrbringens von Sexpuppen mit kindlichem Erscheinungsbild“. Das Strafgesetzbuch sieht dafür eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor.

7. Mann will zur Einschulung seines Enkels im Main-Kinzig-Kreis – und landet an der Ostsee

Sein eisernes Vertrauen in sein Navigationsgerät bescherte Ende August einem 92-Jährigen eine gewaltige Irrfahrt durch die halbe Republik*. Der Mann wollte von Bad Hersfeld im Nordosten von Hessen aus zur Einschulung seiner Enkelin nach Nidderau im Main-Kinzig-Kreis fahren. Offensichtlich hört er dabei strikt auf die Anweisung der Computerstimme aus dem Navi.

Als der 92-Jährige nicht bei der Einschulung des Enkels erschien, meldete der Sohn ihn gegen 17 Uhr schließlich als vermisst. Gegen 11.30 Uhr hatte der Mann noch eine Nachricht geschrieben, dass er auf dem Weg sei. Die Beamten der Autobahnpolizei suchten daraufhin die auf dem Weg liegenden Rastanlagen und Parkplätze ab. Eine weitere Polizeistreife fuhr in Bad Hersfeld zu dem Mann nach Hause, wo Nachbarn bestätigten, dass er am Morgen tatsächlich losgefahren sei. Auch eine Nachfrage bei den Rettungsdiensten in der Umgebung blieb erfolglos. Der 92-Jährige und sein Mercedes blieben erst einmal verschollen.

Erst die Ortung des Handys brachte Klarheit in den Fall. Der 92-Jährige war im rund 540 Kilometer entfernten Rostock gelandet, wo er gerade eine Pensionswirtin wegen einer Reifenpanne um Hilfe bat. Ansonsten war er aber wohlauf. Der Sohn machte sich am nächsten Morgen auf den Weg, um seinen Vater in Rostock abzuholen. 

8. Fulda: Lkw-Fahrer rastet auf A7 komplett aus ‒ und entblößt sein Hinterteil

Aggression im Straßenverkehr ist nun wahrlich nichts Neues. Ein Lkw-Fahrer auf der A7 bei Fulda musste sich allerdings gleich wegen eines halben Dutzends Verstößen verantworten. Der Mann rastete völlig aus und brachte den kompletten Verkehr auf der Autobahn zum Erliegen*. Zunächst nötigte er einen Kollegen und schnitt ihn, fuhr in Schlangenlinien weiter und parkte dann quer über alle Fahrstreifen.

Mit dem, was dann folgte, hatte aber wohl niemand gerechnet: Der 39-jährige Fahrer stieg aus seinem Lkw aus und beleidigt die hinter ihm auffahrenden Fahrer. Dabei entblößte er außerdem sein Hinterteil. Anschließend stieg er wieder in den Lkw, setzte seine Fahrt in Richtung Norden fort und versuchte erneut einen Laster abzudrängen. Der 48-jährige Fahrer des Lasters konnte den Unfall nur dadurch vermeiden, dass er nach rechts auf einen Parkplatz auswich. Der Randalierer folgte ihm und bremste den 48-Jährigen erneut aus. Danach verließ er seinen Lkw und schlug mit dem Kopf mehrmals gegen die Fahrertür des anderen Zugfahrzeugs. Die Flucht des aggressiven Truckers stoppt schließlich eine Streife. (iwe/dpa) *fnp.de, op-online.de, giessener-allgemeine.de und fuldaerzeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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