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Rückkehr auf AfD-Ticket?

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Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann im Jahr 2004 vor der CDU-Geschäftsstelle in Wiesbaden, wo das CDU-Gericht über seinen Parteiausschluss beraten sollte.
Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann im Jahr 2004 vor der CDU-Geschäftsstelle in Wiesbaden, wo das CDU-Gericht über seinen Parteiausschluss beraten sollte. © Arne Dedert (dpa)

Ein skandalumwitterter Politiker will zurück in den Bundestag. Einst von der CDU wegen einer als antisemitisch kritisierten Rede herausgeworfen, fühlt sich Martin Hohmann nun bei der AfD heimisch. Nach dem Trump-Sieg in den USA sieht er die AfD hier im Aufwind.

Von der CDU um Kanzlerin Angela Merkel einst davongejagt, von der AfD nun als einer der Hoffnungsträger auserkoren: Der ehemalige CDU-Mann Martin Hohmann, der besonders durch einen Skandal und Diskussionen um Antisemitismus bundesweit Bekanntheit erlangte, hat eine neue politische Heimat gefunden. Im kommenden Jahr will der 68-Jährige aus Neuhof bei Fulda für die rechtspopulistische AfD in den Bundestag einziehen – und eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte feiern. Der hessische Landesverband der Alternative für Deutschland (AfD) wählte Hohmann jüngst auf Listenplatz vier – eine aussichtsreiche Position. „Ich sehe gute Chancen für mich“, sagt Hohmann.

Die Geschichte, die Hohmann damals zu Fall brachte, ist lange her. Am Tag der Deutschen Einheit im Jahr 2003 leistet er sich eine Rede mit historischen Kommentierungen. Sie wurden später scharf kritisiert, als antisemitisch. Es ging um Deutsche, Juden und um den Begriff Tätervolk. „Im Rückblick kann man fragen, ob der Vergleich klug und angemessen war“, sagt er heute. Er entschuldigte sich damals für Teile seiner Rede und erklärte, er habe nicht den Holocaust leugnen wollen. Sein politisches Schicksal war aber besiegelt: Hohmann wurde erst von des Bundestagsfraktion ausgeschlossen, 2004 aus der Partei.

Hohmann selbst sieht sich nicht als Rechtsaußen oder Rechtspopulist. Ihm gefällt die Zuschreibung „patriotischer Konservativer“, wie er bei seiner politischen Standortbestimmung sagt. Auf der Internetseite des Juristen und Reserveoffiziers stehen die Schlagworte: „Gott, Familie, Vaterland“ unter einer deutschen Flagge.

Die Personalie Hohmann ist in diesen Zeiten interessant. Gerade jetzt, wo viel über die politische Kultur, die Tonart und auch Rassismus gesprochen wird. In Deutschland wegen des Umgangs mit Flüchtlingen. Aber auch in den USA, wo mit Donald Trump ein Mann zum Präsidenten gewählt wurde, der offen Ressentiments schürte und mit einfachen Parolen das Wahlvolk hinter sich scharen konnte. „Ich hoffe, dass auch hier den herrschenden Parteien eine Absage erteilt wird“, sagt Hohmann.

Hohmann glaubt: „Nach dem Wahlsieg von Donald Trump in den USA sehe ich die AfD hierzulande im Aufwind. Unsere Chancen auf ein gutes Wahlergebnis sind gestiegen. Das Votum für Trump ist eine Absage an die etablierte politische Klasse. Und ich hoffe, dass wir das in Deutschland auch schaffen. Weitere vier Jahre diese Katastrophenpolitik in Berlin, dann ist das Land verloren.“

Einer seiner Hauptkritikpunkte: Die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Merkel, und dass „die Sorgen und Ängste der Bevölkerung nicht ernst genommen“ worden sind. In einem „Spiegel“-Artikel aus diesem Sommer wird er zitiert mit den Worten: „Eine Volksgemeinschaft muss wissen, wer dazugehört und wer nicht, wie viele Fremde man aufnehmen kann, ehe die Gemeinschaft ins Chaos fällt.“ Es gibt Menschen, die bereits beim Wort „Volksgemeinschaft“ zusammenzucken.

In dem Fuldaer Wahlkreis tritt Hohmann gegen den CDU-Politiker Michael Brand (45) an, wie 2005 bereits, als Brand deutlich gewann. 2013 wurde Brand in der CDU-Hochburg Fulda mit 58,3 Prozent in den Bundestag gewählt. Brand sagt deswegen: „Ich sehe Martin Hohmanns Kandidatur gelassen.“ So erscheint Hohmanns Einzug 2017 wohl über die Landesliste wahrscheinlicher.

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