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Ruf zum muslimischen Freitagsgebet ertönt nun offiziell

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Der öffentliche Ruf zum muslimischen Freitagsgebet gehört künftig offiziell zum Alltag der Stadt Raunheim (Kreis Groß-Gerau). Diese Entscheidung hat das Stadtparlament beinahe einstimmig beschlossen, wie Bürgermeister Thomas Jühe (SPD) am Dienstag auf Anfrage mitteilte. Ihm zufolge ist der Gebetsruf bereits seit Sommer 2020 an jedem Freitag zu hören.

Raunheim - Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Kontaktbeschränkungen hätten die muslimischen Gemeinden in der Stadt damals erfolgreich darum gebeten, diesen öffentlichen Aufruf zuzulassen.

„Insofern hat die Stadtverordnetenversammlung in Raunheim beschlossen, dass der bisher geduldete Gebetsruf nun eine akzeptierte Form erhält“, sagte Jühe zu der Entscheidung. Damit sei der muslimische Gebetsruf dem Kirchengeläut gleichgestellt, fügte der Rathauschef hinzu. 70 Prozent der Bürger Raunheims hätten einen Migrationshintergrund, viele von ihnen seien Muslime. Daher sei eine solche Gleichbehandlung geboten. Zuvor hatten verschiedene Medien das Thema aufgegriffen.

Bei der Abstimmung am vergangenen Donnerstag hätten 30 von 31 Stadtverordneten für die Praxis gestimmt, die der Marokkanische Freundeskreis sowie der Türkische Bildungs- und Kulturverein zuvor beantragt hatten. Eine Stadtverordnete der SPD habe dagegen gestimmt, wie Jühe sagte. dpa

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