+
Die Gewerkschaft GEW ruft häufiger zu Protestaktionen auf ? wie hier in Berlin.

Schule

GEW ruft zu Bildungsdemos auf

Die Lehrergewerkschaft GEW kämpft mit Demos und Kundgebungen für ihr „Sofortprogramm“ für eine bessere Bildung. Die zentrale Forderung sind mehr Lehrerstellen. Unterstützung kommt auch von Eltern und Schülern.

Lehrer, Schüler und Eltern wollen am Samstag bei zwei „Bildungsdemos“ in Kassel und Frankfurt auf die Straße gehen. Zu dem Protest hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft aufgerufen. Der GEW gehe es um bessere Bedingungen in den Kitas, an den Schulen und Hochschulen, kündigte die hessische Vorsitzende Maike Wiedwald gestern in Wiesbaden an. Allein in Kassel werden nach Angaben der GEW Nordhessen bis zu 1000 Teilnehmer erwartet. In Frankfurt wird nach Angaben des Ordnungsamtes mit 3000 bis 5000 Demonstranten gerechnet.

Die Gewerkschaft macht sich für ein „Sofortprogramm“ für die Bildung stark, in das 500 Millionen Euro fließen sollen. Das Geld soll aus dem reformierten Länderfinanzausgleich kommen. Außerdem setzt sich die GEW für eine neue Vermögenssteuer ein. Gemeinsam mit dem hessischen Landeselternbeirat und der Landesschülervertretung fordert die Gewerkschaft unter anderem:

  Mehr Lehrer gegen Unterrichtsausfall: Auch mit der 104-prozentigen Lehrerversorgung in Hessen könne man sich nicht zufrieden geben, sagte die stellvertretende Landesschulsprecherin Hannah Kriebel am Dienstag in Wiesbaden. In die Zahl sei nicht eingerechnet, dass Lehrer krank werden oder auf Fortbildung sind. Kriebel forderte, dass auch Vertretungsstunden von Fachlehrern gehalten werden, damit die Klasse im Unterrichtsstoff weiterkommt. „Wir erwarten, dass Lehrkräfte eingestellt werden, die qualifiziert sind“, ergänzte Wiedwald.

  Mehr Lehrer für kleinere Klassen: Lehrermangel und steigende Schülerzahlen lassen die Klassengrößen laut Warnungen der GEW derzeit wieder wachsen – besonders in den Ballungsräumen. Dadurch werde es schwerer, den Bedürfnissen der einzelnen Schüler gerecht zu werden, mahnte die GEW-Vorsitzende. „Nicht zuletzt die Umsetzung der Inklusion sowie die Sprachförderung erfordern kleinere Lerngruppen.“ Auch wachse die Belastung für die Lehrer mit der Klassengröße.

  Lehrkräftearbeitszeit reduzieren: Die Arbeitszeit der Lehrkräfte in Hessen ist nach Ansicht der GEW zu hoch. Die Gewerkschaft fordert daher, in einem ersten Schritt die Zahl der Pflichtstunden um eine halbe Stunde zu reduzieren. Außerdem müssten Grundschullehrer ein besseres Gehalt bekommen – das würde auch die Suche nach Nachwuchskräften erleichtern.

  Mehr Erzieher in den Kitas: Bis zum Jahr 2021 sollte Hessen gut 3500 zusätzliche Erzieher in den Kindertagesstätten einstellen, fordert die Gewerkschaft. Damit nähere sich das Land dem pädagogisch empfohlenen Personalschlüssel zumindest an.

(lhe)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare