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Ryanair fliegt künftig auch ab Frankfurt

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Wer derzeit von Frankfurt aus mit einem ausgewiesenen Billigflieger in die Welt hinaus will, hat nicht gerade die Qual der Wahl: Mit der spanischen Vueling und der isländischen Wow Air starten und landen gerade mal zwei Billigheimer am hiesigen Flughafen – das entspricht gerade mal mickrigen vier Prozent des gesamten Flugaufkommens in Frankfurt. Aber nun sieht es ganz danach aus, als könnte der Anteil der Low-Cost-Airlines deutlich steigen. Denn mit Ryanair will nun auch Europas größte Billigflug-Gesellschaft den Frankfurter Flughafen ansteuern. Wie in Kreisen des Unternehmens gestern bestätigt wurde, wollen die Iren und die Fraport AG heute Vormittag in Frankfurt entsprechende Pläne vorstellen.

Wer derzeit von Frankfurt aus mit einem ausgewiesenen Billigflieger in die Welt hinaus will, hat nicht gerade die Qual der Wahl: Mit der spanischen Vueling und der isländischen Wow Air starten und landen gerade mal zwei Billigheimer am hiesigen Flughafen – das entspricht gerade mal mickrigen vier Prozent des gesamten Flugaufkommens in Frankfurt. Aber nun sieht es ganz danach aus, als könnte der Anteil der Low-Cost-Airlines deutlich steigen. Denn mit Ryanair will nun auch Europas größte Billigflug-Gesellschaft den Frankfurter Flughafen ansteuern. Wie in Kreisen des Unternehmens gestern bestätigt wurde, wollen die Iren und die Fraport AG heute Vormittag in Frankfurt entsprechende Pläne vorstellen.

Erste Ziele von Ryanair werden demnach im kommenden Sommerflugplan Mallorca und das südspanische Alicante sein. Dafür wolle die irische Fluglinie zunächst zwei ihrer insgesamt 350 Jets umfassenden Flotte am Main stationieren, hieß es. Eine Nachricht, die beim Gros der Fraport-Aktionäre gut ankam: Kurz nachdem der Frankfurter Flughafen-Betreiber die Einladung zur heutigen Pressekonferenz elektronisch verschickt hatte, schoss der Kurs der MDax-Aktie – in einem insgesamt negativen Börsenumfeld – um mehr als drei Prozent nach oben. Nur einem Fraport-Aktionär wird die Ankündigung ganz und gar nicht gefallen haben: der Lufthansa AG, die mit 8,44 Prozent an Fraport beteiligt ist und sich nun ausgerechnet an ihrem Heimat-Standort von ihrem größten Widersacher im Europa-Verkehr angegriffen sieht. Entsprechend ging es mit der Dax-Aktie nach bekanntwerden der Pläne runter: um knapp zwei Prozent.

Fraport-Chef Stefan Schulte hatte die strategische Wende schon im Frühjahr bei der Hauptversammlung angekündigt: „Wenn sogar die Lufthansa ihre Billigflug-Verkehre so weit ausbaut, kommen auch wir nicht umhin, in Frankfurt diesen Weg zu gehen“, hatte Schulte im Mai eingeräumt, „wir werden uns also stärker mit diesem Segment und seinen spezifischen Anforderungen befassen – wegen der größeren Wachstumschancen und weil viele Kunden Low-Cost fliegen wollen.“ Doch während stets die britische Easyjet – Europas zweitgrößte Billig-Airline – als Kandidat gehandelt worden war, hat niemand ernsthaft mit Ryanair gerechnet. Zum einen weil die Iren als Erzfeind der Lufthansa gelten. Zum anderen weil sie besonders empfindlich auf hohe Airport-Gebühren reagieren – und der Frankfurter Flughafen nun mal die höchsten Gebühren in Kontinental-Europa verlangt.

Insofern wird es morgen interessant sein zu hören, wie Schulte diese von ihm gesprochenen „spezifischen Anforderungen“ erfüllen will – nachdem das Fraport-Management jahrelang nach dem Motto verfahren ist: „Wir können alles außer billig.“ Klar ist: Generelle Gebührensenkungen kann es in Frankfurt für Billigheimer nicht geben. Denn dann müsste Fraport die vom Hessischen Wirtschaftsministerium zu genehmigenden Gebühren aus rechtlichen Gründen für alle Airlines senken. Schließlich ist der Betrieb eines Flughafens Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge; da kann nicht jeder kalkulieren, wie er will. Die Gebühren für alle zu senken, ist aber auch nicht möglich, weil diese trotz ihres hohen Niveaus unterm Strich nicht kostendeckend wären.

Um Ryanair & Co Frankfurt gleichwohl schmackhaft zu machen, könnte Fraport zum einen das Leistungsspektrum differenzieren: Wenn die Maschinen nicht am Terminal andocken, sondern weit draußen auf dem Vorfeld stehen, rechtfertigt das geringere Gebühren. Ebenso könnte Fraport bei den Entgelten entgegenkommen, wenn die Maschinen nicht nach jeder Landung gereinigt und mit Lebensmitteln versorgt werden. Zum anderen plant Fraport im Rahmen ihrer neuen, aber noch nicht genehmigten Entgelt-Ordnung, die monetären Anreize für die Airlines zu erhöhen, die Frankfurt neu ins Programm nehmen. Dem Vernehmen nach sollen sich die entsprechenden Rabatte auf 15 bis 20 Prozent belaufen.

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