Gesperrte Salzbachtalbrücke
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Hinweisschilder stehen vor der abgesperrten Salzbachtalbrücke

Salzbachtalbrücke auf A66 soll gesprengt werden

Auto- und Bahnfahrer in Wiesbaden müssen sich noch auf monatelange Verkehrsbehinderungen wegen der gesperrten Salzbachtalbrücke einstellen. Auch wenn eine Sprengung den Neubau beschleunigen soll.

Wiesbaden - Die beschädigte und gesperrte Salzbachtalbrücke auf der Autobahn 66 bei Wiesbaden soll gesprengt werden. Ziel sei, binnen zwei Monaten zunächst die südliche Brücke zu sprengen, kündigte der Direktor der Autobahn GmbH Niederlassung West, Ulrich Neuroth, am Freitag in Wiesbaden an. Im Herbst könne dann der Bau der neuen Brücke beginnen. Die Bauarbeiten sollen nach bisherigen Planung ein Jahr dauern.

Die Brücke war vergangene Woche gesperrt worden, nachdem sich der Überbau um 30 Zentimeter abgesenkt hatte und Betonbrocken herabgefallen waren. Auch die Straßen und Bahngleise unter der Brücke dürfen derzeit nicht befahren werden. Der Hauptbahnhof Wiesbaden ist vom Zugverkehr so gut wie abgeschnitten.

Um den Autoverkehr in Wiesbaden staufreier zu machen, ist eine Art Bypass an der Brücke geplant, wie Ralph Kohnen von der Autobahn GmbH ankündigte. Dafür werden auf den Straßen, wo es gefahrlos möglich ist, teils neue Fahrspuren eingerichtet. Am Schiersteiner Kreuz der A66 gilt künftig ein Verbot für Lastwagen über 3,5 Tonnen, um die Anschlussstelle Wiesbaden-Biebrich zu entlasten.

Rund um die gesperrte Brücke gilt derzeit eine Sicherheitszone von 50 Meter, Bauarbeiter dürfen sich unter bestimmen Vorgaben bis zu 25 Meter nähern, wie Neuroth erläuterte. Aus der Ferne soll in den kommenden 14 Tagen das Bauwerk so abgesichert werden, dass die Sprengung gefahrlos vorbereitet werden kann.

Derzeit steht noch ein verlassener Lastwagen auf der kaputten Brücke. Das Fahrzeug sei dort vor der plötzlichen Sperrung von den Arbeitern abgestellt worden, erläuterte Neuroth. Aus Sicherheitsgründen dürfe der Lkw nicht bewegt werden. Es könne passieren, dass der Lastwagen auch bei der geplanten Sprengung auf der Brücke stehen bleibe.

Es sei auch die Möglichkeit diskutiert worden, die südliche Brücke nach und nach abzubauen, sagte Neuroth. Jedoch seien dazu umfangreiche Vorarbeiten und ein Gerüst nötig gewesen, was viel Zeit gekostet hätte. Nach der geplanten Sprengung seien die Straßen und Gleise unterhalb der Brücke dann bald wieder frei. Der Neubau der südlichen Brücke sei womöglich in einem Jahr zu schaffen, denn die Fundamente für die neuen Pfeiler seien schon im Boden. Danach stünden pro Fahrtrichtung wieder zwei Fahrstreifen zur Verfügung.

Kurz nach dem südlichen Brückenteil solle auch der nördliche Brückenteil gesprengt werden, sagte Neuroth. Auch die nördliche Brücke wird dann neu gebaut.

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, Klaus Rohletter, nannte die geplante Sprengung „eine bittere Pille“. Er appellierte an Bund und Land, „den Fall der Salzbachtalbrücke als Anlass zu nehmen, sich den bekannten Zustand der Brücken an Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen in Hessen bewusst anzuschauen - und rasche Maßnahmen einzuleiten, wo es erforderlich ist“. dpa

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