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Thorsten Schäfer-Gümbel, Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl in Hessen.

Hessischer SPD-Spitzenkandidat

Schäfer-Gümbel: "Zu viel gelabert und zu wenig gemacht"

Die Vertrauenskrise der großen Koalition in Berlin hat nach Ansicht des hessischen SPD-Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel damit zu tun, dass die Bevölkerung zu wenig Ergebnisse sieht.

Die Vertrauenskrise der großen Koalition in Berlin hat nach Ansicht des hessischen SPD-Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel damit zu tun, dass die Bevölkerung zu wenig Ergebnisse sieht. „Es wird zu viel gelabert und zu wenig gemacht”, sagte Schäfer-Gümbel, der auch SPD-Bundesvize ist, am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin” mit Blick auf die stark gesunkenen Umfragewerte für Union und SPD.

Die große Schwäche der Vergangenheit sei gewesen, dass die Parteien zu wenig unterscheidbar gewesen seien. Sie seien in Kompromissen gefangen gewesen, „die am Ende nicht Fisch, nicht Fleisch waren”. Deshalb müsse auch die SPD, unabhängig vom Ergebnis der Landtagswahl in Hessen, „klarer, entschiedener und mutiger werden, indem was sie will”.

Trotz hohem Druck und ernüchternden Wahlprognosen bleibe er optimistisch: „Wenn ich mir die gute Laune nehmen lasse, dann hätte ich in der Tat schon verloren.” Auch für Koalitionsgespräche stehe er prinzipiell für alle Parteien bereit, außer mit der AfD: „Mit den Nationalisten und Rassisten von der AfD werden wir natürlich nicht reden”, sagte Schäfer-Gümbel.

Am Sonntag wird in Hessen ein neuer Landtag gewählt. Nach einem am Donnerstagabend veröffentlichten ZDF-„Politbarometer” müssen CDU und SPD im Vergleich zur Wahl 2013 deutliche Verluste hinnehmen. Demnach käme die CDU auf 28 Prozent (2013: 38,3) und die SPD auf 20 Prozent (2013: 30,7). Die Grünen erreichen demnach ebenfalls 20 Prozent (2013: 11,1), die AfD 12 Prozent (2013: 4,1), die FDP 8 Prozent (2013: 5,0) und die Linke ebenfalls 8 Prozent (2013: 5,2).

(dpa)

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