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Senioren misshandelt: Bewährungsstrafe und Berufsverbot

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Justitia
Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts. © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Wegen der Misshandlung von demenzkranken Senioren in zwei Fällen ist ein Altenpfleger am Donnerstag vom Amtsgericht Frankfurt zu zehn Monaten Bewährungsstrafe und einem dreijährigen Berufsverbot verurteilt worden. Das Gericht ging davon aus, dass der 50-Jährige zunächst im Juli vergangenen Jahres in einer Frankfurter Einrichtung eine 98-Jährige in das Gesicht geschlagen und an der Nase gezogen hatte.

Frankfurt/Main - Nach seiner Entlassung und dem Wechsel in ein anderes Pflegeheim kam es im September zu einem weiteren Vorfall: Eine 82-Jährige Demenzkranke erhielt zwei Schläge mit der flachen Hand. Das Urteil ist nicht rechtskräftig - der Verteidiger hatte einen Freispruch für seinen Mandanten gefordert.

Vor Gericht bestritt der Angeklagte die Vorwürfe energisch. Er habe die beiden Seniorinnen regelgemäß behandelt und betreut. Aufgrund zahlreicher Zeugenaussagen, die sich auf Bemerkungen der beiden Opfer gestützt hatten, kamen Gericht und Staatsanwaltschaft am Ende jedoch zu einem anderen Schluss. Dem Pfleger seien „die Nerven durchgegangen“, nachdem sich beide Frauen offenbar widerspenstig gezeigt hätten. Weil er sich in kurzer Zeit gleich zwei solcher Taten zu Schulden kommen ließ, entschied sich das Gericht für ein Berufsverbot. dpa

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