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Sexueller Missbrauch: Papst entlässt Pfarrer

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Von: Johannes Laubach

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Die Kirche sucht den interreligiösen Dialog. Foto: dpa
Die Kirche sucht den interreligiösen Dialog. Foto: dpa © dpa

Es sind abstoßende Taten, die einem Pfarrer zur Last gelegt werden, der auch im Bistum Limburg tätig war. Der Papst hat jetzt darauf reagiert. Das hat diese Zeitung erfahren.

Papst Franziskus hat nach Informationen dieser Zeitung den Priester Wolfdieter W. aus der Diözese Würzburg wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger mit sofortiger Wirkung alle Rechte und Pflichten entzogen, die mit dem Klerikerstand verbunden sind. Damit ist der 75-Jährige, der zeitweise auch im Bistum Limburg und im Erzbistum Bamberg tätig war, aus dem Klerikerstand entlassen. Die Entscheidung in Rom fiel aufgrund neu bekannt gewordener Vorfälle sexuellen Missbrauchs durch den Priester. Das Bistum Limburg hatte Anfang dieses Jahres eine Anzeige in Rom vorgelegt. Wolfdieter W. war Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre im Bistum Limburg in einer Gemeinde im Westerwald als Pfarrer tätig, später war er für ein Jahr in der Krankenhausseelsorge in Frankfurt aktiv. Gegen den Ausschluss aus dem Klerikerstand kann der Betroffene keinen Einspruch erheben.

Offizielle Mitteilung des Bistums Würzburg

Der Priester war bereits im Jahr 2000 wegen sexuellen Missbrauchs von drei Kindern in sieben Fällen durch das Landgericht Coburg zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe hatte das Urteil 2001 bestätigt. Nachdem die Diözese Würzburg in strikter Befolgung der Auflagen aus dem Coburger Urteil zunächst versucht hatte, eine Tätigkeit zu finden, die den Priester nicht mehr mit Kindern und Jugendlichen hätte in Kontakt bringen können, scheiterten diese Bemühungen letztendlich an dessen Widerstand. Deshalb wurde dieser im April 2002 in den zwangsweisen Ruhestand versetzt, der mit einem Zelebrationsverbot verbunden war.

Bischof Hofmann suspendierte W. im Jahr 2009 vom priesterlichen Dienst, nachdem dieser die Opfer und ihre Familien nach all den Jahren wieder belästigt hatte. Damit war es W. untersagt, irgendwelche Amtshandlungen vorzunehmen, die mit der Priesterweihe verbunden sind. Außerdem wurden seine Ruhestandsbezüge um 20 Prozent gekürzt.

Nach seinem Widerspruch gegen das Dekret in Rom bestätigte die Glaubenskongregation im Entscheid vom 18. September 2009 die im Dekret enthaltenen Einzelschritte: Zelebrationsverbot, Verbot der Kontaktaufnahme mit den Opferfamilien, Pensionskürzungen um 20 Prozent.

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