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SGL Carbon macht wieder Gewinn: Unsicherheiten wegen Krieg

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Eurobanknoten liegen auf einem Tisch. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration

Der Konzernumbau des Kohlefaserspezialisten SGL Carbon trägt Früchte. Nach drei Verlustjahren sei 2021 wieder ein positives Konzernergebnis erzielt worden, teilte das SDax Unternehmen am Donnerstag in Wiesbaden mit. Unter dem Strich blieben 75,4 Millionen Euro hängen. Zudem sei dank anziehender Nachfrage in fast allen Marktsegmenten die Umsatzmilliarde wieder geknackt worden und das bereinigte operative Ergebnis überproportional stark gestiegen.

Wiesbaden - „Wir haben geliefert“, sagte Konzernchef Torsten Derr. „Die Umsatz- und Ertragskennzahlen 2021 belegen unsere Mitte 2021 angehobene Prognose.“ Für das laufende Jahr geht das Management davon aus, zumindest einen Teil der vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs gestiegenen Energiekosten an die Kunden weitergeben zu können. Es blieben aber zahlreiche Unsicherheiten durch den Krieg.

Der Konzernumsatz soll im laufenden Geschäftsjahr auf Vorjahresniveau liegen, nachdem er 2021 um 9,5 Prozent auf gut eine Milliarde Euro gestiegen war. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um gut die Hälfte auf 140 Millionen Euro zu und erreichte damit das obere Ende der im Juli angehobenen Prognose. Dieses Jahr soll das operative Ergebnis nach dem vorgelegten Ausblick allerdings nur einen Wert zwischen 110 Millionen und 130 Millionen Euro erreichen.

Das Wiesbadener Unternehmen erwartet im laufenden Jahr neben den gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten auch Belastungen durch unterbrochene Lieferketten und Produktionsunterbrechungen bei den Kunden. „Um die Risiken aus weiter steigenden Energiepreisen zu minimieren, haben wir kurzfristig einen Großteil unseres Energiebedarfs für 2022 durch Sicherungsgeschäfte abgedeckt und unsere Risiko- und Prognoseeinschätzung entsprechend angepasst“, teilte das Management mit. Nicht in die Prognose eingeflossen seien noch nicht absehbare Liefer- und Produktionsunterbrechungen bei Kunden sowie eine mögliche Eintrübung der Weltwirtschaft.

Am Wiesbadener Kohlefaserspezialist SGL Carbon sind die Autobauer BMW und VW sowie BMW-Großaktionärin Susanne Klatten über ihre Beteiligungsgesellschaft Skion beteiligt. dpa

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