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Sofortiger E-Book-Verleih bedroht Zukunft der Branche

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E-Book-Verleih
Eine Frau hält einen eBook-Reader in den Händen. © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat die Kampagne „Fair Lesen“ nachdrücklich unterstützt. „Es geht um nichts weniger, als um die Zukunft der Autor:innen, der Verlage und des deutschen Buchmarkts“, sagte die Vorsteherin, Karin Schmidt-Friderichs, am Dienstag zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse. Schon jetzt würden Verlage den E-Book-Verleih mit Hunderttausenden Titeln versorgen - „und sie tun das gerne“.

Frankfurt - Aber gerade bei den Bestsellern brauche es ein bestimmtes Zeitfenster, in dem ein E-Book zunächst auf dem Kaufmarkt angeboten wird, bevor es zum Verleih freigegeben werde.

Auf dem Filmmarkt sei das selbstverständlich, so Schmidt-Friderichs. „Kam der neue Bond am 30. September gleich ins Free-TV? Können Sie die neueste Netflix-Serie umsonst bei Youtube verfolgen? Legal, staatlich unterstützt? Natürlich nicht“. Schriftsteller und Verlage lebten hauptsächlich von den Erträgen, die ein Buch in den ersten zwölf Monaten einbringe. Würden wichtige Neuerscheinungen immer sofort für den E-Book-Verleih freigegeben werden, ginge die wichtigste Einnahmequelle verloren.

Mit der Kampagne „Fair Lesen“ pochen Autorinnen und Autoren wie Juli Zeh, Daniel Kehlmann, Sibylle Berg und Judith Hermann gemeinsam mit Verlagen auf ihre Rechte beim E-Book-Verleih. Derzeit haben Verlage die Freiheit, die Bedingungen für den Verleih neuer E-Books zu verhandeln. Die Schriftstellerinnen und Schriftsteller appellierten: „Sollte die Entscheidungshoheit von Autoren, Autorinnen und Verlagen, welche Titel wann zu welchen Bedingungen in die digitale Leihe überführt werden, gesetzlich eingeschränkt werden, wird dadurch die wirtschaftliche Grundlage nicht nur der Urheberinnen, Urheber und Verlage, sondern auch der Buchhandlungen zerstört.“ dpa

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