Georg Bätzing im Abc-Porträt

Das sollten Sie über den neuen Limburger Bischof wissen

Audi In Sachen Gefährt setzt Georg Bätzing privat auf einen Peugeot 207. Ein Pkw, den man so nicht unbedingt von einem Kirchenmenschen erwartet, wie der neue Limburger Bischof nach seiner Ernennung auch unumwunden zugab.

In Sachen Gefährt setzt

Georg

Bätzing privat auf einen Peugeot 207. Ein Pkw, den man so nicht unbedingt von einem Kirchenmenschen erwartet, wie der neue

Limburg

er Bischof nach seiner Ernennung auch unumwunden zugab. Der Kleinwagen hätte in der Vergangenheit immer wieder für enttäuschte Gesichter gesorgt, wenn er in seiner Funktion als

Trier

er Generalvikar etwa Firmlinge besuchte. In

Limburg

bekommt er zukünftig einen geleasten

Audi

A6 vom

Bistum

zur Verfügung gestellt, den er auch nutzen möchte. Sein

Vorgänger

Tebartz-van Elst vertraute als Dienstwagen auf einen BMW 535d Diesel mit Vierradantrieb.

In seinem Amt als neuer Bischof des

Bistum

s

Limburg

steht

Georg

Bätzing zukünftig rund 640 000 Katholiken in Hessen und Rheinland-Pfalz vor. In der am 23. November 1827 gegründeten Diözese, welche zwischen Westerwald und Frankfurt sowie zwischen Lahn-Dill-Eder und dem Rheingau liegt, gibt es zurzeit in den elf Bezirken 30 Pfarreien neuen Typs, 153 Pfarreien und 161 Kirchengemeinden.

„Führe zusammen“ – unter dieses Motto stellt der neue

Limburg

er Oberhirte seinen Dienst. Bei dem ausgewählten Wahlspruch handelt es sich um einen Auszug aus einem Pilgergebet zur Verehrung, das bei der

Trier

er Heilig-Rock-Wallfahrt gebetet wird. Dort heißt es: „Jesus Christus, Heiland und Erlöser, erbarme dich über uns und über die ganze Welt. Gedenke deiner Christenheit und führe zusammen, was getrennt ist.“

1996 promovierte

Georg

Bätzing zum Doktor der Theologie. Seine dogmatische Arbeit stand seinerzeit unter dem Titel „Kirche im Werden: Ekklesiologische Aspekte des Läuterungsgedankens“. Promoviert hat Bätzing mit seiner Arbeit an der Theologischen Fakultät der Universität

Trier

.

Rainer Maria Kardinal Woelki wird am Sonntag die Bischofsweihe für

Georg

Bätzing spenden. Woelki,

Erzbischof

von Köln und Metropolit der Rheinischen Kirchenprovinz, zu der das

Bistum

Limburg

gehört, fungiert dabei als sogenannter Hauptkonsekrator. Die Gültigkeit der sakramentalen Weihe wird durch zwei Mitkonsekratoren festgestellt, die an der Weihe beteiligt sind. Bei der Bischofsweihe in

Limburg

nehmen diese Funktion der bisherige Apostolische Administrator im

Bistum

Limburg

, Weihbischof Manfred Grothe, sowie der

Trier

er Bischof Stephan Ackermann, der Bischof des Heimatbistums von

Georg

Bätzing sowie dessen bisheriger Chef wahr. Insgesamt nehmen 40 Bischöfe sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der

Ökumene

und die Ministerpräsidenten von Hessen und Rheinland-Pfalz, Volker Bouffier und Malu Dreyer, an der Weihe teil. Das

Bistum

rechnet mit 2000 Gästen.

Der 55-jährige Geistliche ist als Sohn einer Hausfrau sowie eines Bahnangestellten in einem „durch und durch katholischen Elternhaus“, wie er selbst sagt, aufgewachsen. Seine Kindheit verbrachte Monsignore Bätzing mit insgesamt drei Geschwistern. Der neue

Limburg

er Bischof sieht sich selbst als

Familie

nmensch. Der intensive Kontakt zu seinen Geschwistern, Neffen und Nichten ist ihm wichtig. Im Juli wurde Bätzing mit der Geburt der kleinen Romi bereits zum sechsten Mal Großonkel.

Passender hätte es

Georg

Bätzing mit dem

Bistum

Limburg

nicht treffen können, schließlich ist sein Namenspatron, der Heilige

Georg

, gleichzeitig auch der Schutzpatron der Diözese, was auf vielfältige Art und Weise zum Ausdruck kommt. So wird beispielsweise der Hohe Dom zu

Limburg

nach seinem Namenspatron auch

Georg

sdom genannt. Alljährlich begeht das

Bistum

am 23. April den

Georg

stag, den Gedenktag an den heiligen Märtyrer, und damit zukünftig auch den Namenstag des neuen

Limburg

er Bischofs.

Die Musik ist eines der

Hobbys

von

Georg

Bätzing, dem er beim Singen, am Klavier oder der Orgel nachgeht. In jungen Jahren war er zudem als Sänger im Kirchenchor aktiv. Die Musik in die Wiege gelegt bekam der Seelsorger von seinem Vater, der als nebenamtlicher Organist und Chorleiter tätig war. Abgesehen von seiner Leidenschaft für Musik zieht es Bätzing gerne in die Natur zum Wandern oder gelegentlichen Radfahren.

Die nach außen hin sichtbaren Amtszeichen des Bischofs, die

Insignien

, wurden an unterschiedlichen Orten in Auftrag gegeben. Der Bischofsring mit einer Ringgröße von 65 wurde von der Goldschmiedin Kerstin Biesdorf-Roth in

Trier

gefertigt. Das 92,5 Gramm schwere Brustkreuz wurde in der Goldschmiede der Schönstätter Marienbrüder in Vallendar hergestellt. Der Bischofsstab aus hellem Buchsbaumholz stammt ebenfalls aus Vallendar. Die Mitra als liturgische Kopfbedeckung des Bischofs ist eine Anfertigung der Paramenten-Werkstätten der Benediktinerinnen-Abtei Mariendonk in Grefrath (

Bistum

Aachen). Das Bischofsgewand wurde in Rom beauftragt.

Limburg

s neuer oberster Kirchenmann wurde 1961 geboren. Am 13. April jenen Jahres wurde er im rheinland-pfälzischen Kirchen an der Sieg geboren. Apropos

Jahrgang

: In seiner Funktion als Generalvikar hat

Georg

Bätzing zuletzt auch Verantwortung für die Bischöflichen Weingüter

Trier

übernommen und gehörte hier als Vorsitzender dem Verwaltungsrat an. Bätzing ist somit bestens mit Weinjahrgängen vertraut und hat den Rebensaft auch schätzen gelernt.

heißt der Bischofssitz im Dom. Nach der Weihe durch

Erzbischof

Woelki wird

Georg

Bätzing zu dem steinernen Bischofsstuhl geleitet, um dort Platz zu nehmen. Dabei handelt es sich um einen symbolischen Akt. Kirchenrechtlich wird erst mit dem Platznehmen auf der

Kathedra

die offizielle Amtsgewalt dem Bischof übertragen.

Mit seinem

Umzug

von

Trier

an die Lahn wird der neue Bischof in eine beschaulichere Stadt ziehen. Während

Trier

mit rund 115 000 Einwohner die drittgrößte Stadt in Rheinland-Pfalz ist, kommt

Limburg

als Kreisstadt des Landkreises

Limburg

-Weilburg dagegen lediglich auf rund 34 000 Einwohner.

Die Wiederbesetzung des

Limburg

er Bischofsstuhls geht auch mit der Einstellung einiger persönlicher

Mitarbeiter

für den Bischof einher. So ist das

Bistum

Limburg

bis Ende September per Stellenausschreibung noch auf der Suche nach einer Haushälterin sowie einem Fahrer für

Georg

Bätzing.

Georg

Bätzing wuchs im rheinland-pfälzischen

Niederfischbach

, unweit der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen auf. Dem Dekanat Kirchen, zu dem die 4250-Seelen-Gemeinde im Westerwald zählt, kommt dabei eine Sonderrolle innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland zu:

Niederfischbach

gehört zur sogenannten

Trier

ischen Insel. Das Gebiet im Norden von Rheinland-Pfalz ist von den Erzbistümern Paderborn und Köln sowie in Richtung Süden vom

Bistum

Limburg

umgeben.

Georg

Bätzing sprach sich für einen gemeinsamen Ökumenischen Kirchentag 2021 der katholischen sowie der evangelischen Kirche in Frankfurt aus. „Es gibt zur

Ökumene

der christlichen Konfessionen überhaupt keine Alternative. Wir könnten nur gemeinsam das Zeugnis für das Evangelium Jesu Christi in unserer Zeit stark machen“, gab der Seelsorger im Südwestrundfunk zur

Ökumene

zu Protokoll.

Das

Priesteramt

ist für den neuen

Limburg

er Bischof Berufung. Schon als kleiner Junge gab er an, Pastor werden zu wollen. Nach dem Abitur trat er in das Bischöfliche Priesterseminar in

Trier

ein, studierte Theologie und Philosophie und wurde letztlich 1987 zum Priester geweiht. Nach seiner Kaplanszeit in Klausen und Koblenz, wurde er schließlich 1990 stellvertretender Leiter des

Trier

er Priesterseminars. Von 1996 bis Januar 2010 war Bätzing schließlich als Regens für die Priesterausbildung im

Bistum

Trier

verantwortlich und Leiter des Priesterseminars. Ab dem 1. November 2012 fungierte er in seiner Funktion als Generalvikar als rechte Hand des amtierenden

Trier

er Bischofs Stephan Ackermann.

Als eine Art

Qual

wurde von vielen Katholiken im

Bistum

Limburg

der Skandal um Bätzings

Vorgänger

Franz-Peter Tebartz-van Elst empfunden. Vor allem die Frage über die weitere Nutzung des Diözesanen Zentrums Sankt Nikolaus auf dem

Limburg

er Domberg stand immer wieder im Raum. Diese hat der neue

Limburg

er Bischof im Anschluss an seine Verabschiedung als Generalvikar in

Trier

im Anschluss selbst beantwortet. Dienstsitz wird das Gebäudeensemble am Dom zwar, doch die Wohnung bleibt von ihm unbewohnt. Das Zentrum wird unterdessen weiterhin vom

Bistum

als Ort für Begegnungen, Veranstaltungen und Sitzungen genutzt, so wie es ursprünglich geplant war.

spielen in der katholischen Kirche eine große Rolle. Für

Georg

Bätzing ist dabei eine von ganz besonderer Bedeutung: Der Heilige Rock im

Trier

er Dom. Hierbei handelt es sich der Überlieferung nach um den Leibrock Jesu Christi. Die Heilige Helena, die Mutter des römischen Kaisers Konstantin, soll der Legende nach das ungeteilte Gewand seinerzeit in die Moselstadt gebracht haben, wo es heute verschlossen und unzugänglich aufbewahrt wird. Der Heilige Rock ist für die Öffentlichkeit nur während der sogenannten Heilig-Rock-Wallfahrten zu sehen.

Georg

Bätzing zählt zu seiner Verwandtschaft mit

Sabine Bätzing-Lichtenthäler

eine bundesweit bekannte SPD-Politikerin. Die frühere Bundesdrogenbeauftragte und heutige rheinland-pfälzische Staatsministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie ist die Cousine des neuen

Limburg

er Bischofs. „Wir freuen uns riesig, die ganze

Familie

“, hatte die Sozialdemokratin unmittelbar nach der Bekanntgabe der Ernennung ihres Cousins zum neuen Bischof von

Limburg

verlauten lassen.

Zu

Trier

hat der neue Diözesanbischof eine ganz enge Bindung. Bis zu seinem

Umzug

nach

Limburg

lebte und arbeitete

Georg

Bätzing die vergangenen 26 Jahre in der Römerstadt. Aber auch zuvor spielte die Stadt an der Mosel bereits eine wichtige Rolle für den 55-Jährigen. Aufgrund der Lage seines Heimatortes

Niederfischbach

innerhalb der

Trier

ischen Insel im Westerwald ist

Trier

seit jeher Bätzings Heimatbistum. Nach dem Abitur 1980 am Freiherr-vom-Stein Gymnasium in Betzdorf studierte er zudem Philosophie und Theologie an den Universitäten in

Trier

und Freiburg.

Während bei Tebartz-van Elst nach seiner Demission an der Lahn große, gelbe

Umzug

slaster am

Limburg

er Dom anrollten, beschränkte sich

Georg

Bätzing auf das Wesentliche. Der Westerwälder nahm seinen kleinen

Umzug

sogar selbst in die Hand, benutzte dabei seinen Privat-Pkw sowie einen VW-Bus, um sein Hab und Gut von

Trier

nach

Limburg

zu bringen.

Zwölf hat Bätzing bereits in seinem Amt als Bischof des

Bistum

s

Limburg

. Zum ersten Bischof der Diözese wurde im Gründungsjahr 1827 Jakob Brand geweiht. Am längsten im Amt war Peter Josef Blum, der von 1842 bis 1884 ganze 42 Jahre den Bischofsstab an der Lahn innehatte. Deutschlandweite sowie internationale Bekanntheit erlangte in den zurückliegenden Jahren Bischof Franz Kamphaus.

Das

Wappen

Georg

Bätzings ist dreigeteilt. Zum einen ist das

Trier

er Kreuz abgebildet, das das Herkunftsbistum des neuen

Limburg

er Bischofs repräsentiert. Schwert samt Drachen stehen für den häufig als Drachentöter dargestellten Heiligen

Georg

, Bätzings Namenspatron und Schutzpatron der Diözese.

Niederfischbach

, der Heimatort des zukünftigen

Limburg

er Oberhirten, findet sich ebenfalls im

Wappen

wieder. Ein Füllhorn mit Silbererz soll die Westerwaldgemeinde darstellen, in der früher eben dieses Mineral abgebaut wurde.

ist nach wie vor die Frage nach dem neuen Generalvikar im

Bistum

Limburg

, dem zukünftigen Stellvertreter von

Georg

Bätzing. Der Generalvikar ist nach seiner Ernennung unter anderem für die Verwaltung der Diözese, das Bischöfliche Ordinariat, zuständig. Diese Personalie soll allerdings ebenfalls am kommenden Sonntag im Rahmen der Bischofsweihe verkündet werden.

Anders als sein

Vorgänger

Franz-Peter Tebartz-van Elst wird

Georg

Bätzing sein

Zuhause

nicht im neugebauten Gebäudekomplex auf dem

Limburg

er Domberg haben, sondern in der Ferdinand-Dirichs-Straße. Das schlichte 50er-Jahre-Haus mit Garten am Fuße des St. Vincenz-Krankenhauses war lange Jahre der Wohnsitz des 1998 verstorbenen früheren Weihbischofs Walther Kampe und liegt rund 15 Minuten vom Domberg entfernt.

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