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Sorgen um Tiere und Tierheime wegen höherer Arztkosten

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Die teils drastisch gestiegenen Kosten für Besuche beim Tierarzt stoßen auf scharfe Kritik. Die gängigen Behandlungen hätten sich mit der neuen Gebührenordnung drastisch verteuert, teilte der Landestierschutzverband am Mittwoch mit. Die Erstbehandlung einer verletzten Hundepfote koste nun im günstigsten Fall rund 52 Euro statt bisher etwa 23 Euro - die Kosten für Arzneimittel und Verbandsmaterial seien darin noch nicht enthalten.

Frankfurt/Main - Die neue Gebührenordnung ist am Dienstag (22. November) in Kraft getreten. Der Landestierschutzverband erklärte, Tierärztinnen und Tierärzte hätten natürlich ein Anrecht auf angemessene Entlohnung. Doch da sich bereits eine zurückgehende Auftragslage in den Praxen abzeichne, sei die Frage, ob die Rechnung des Gesetzgebers aufgehe, der mit den neuen Gebühren langfristig ein flächendeckendes Netz von Praxen, Kliniken und Notdiensten aufrechterhalten wolle.

Es sei zu befürchten, dass nun viele Verletzungen und Erkrankungen unbehandelt bleiben und die Halter notgedrungen erst einmal selbst „herumdokterten“. Bereits jetzt stehe zudem für etliche Tierhalter fest, dass sie ihr Tier im Fall einer aufwendigen und damit kostenintensiven Behandlung einschläfern lassen werden, da ihnen das Geld fehle. Problematisch sei zudem, dass die Kastration von Katzen nun knapp doppelt so teuer sei.

Große Sorgen bereite auch die Lage der Tierheime. Die höheren Kosten könnten für einzelne Einrichtungen einen zusätzlichen Sargnagel darstellen, die ohnehin mit den Folgen des höheren Mindestlohns, der Inflation und sinkender Spendenbereitschaft kämpften, teilte der Verband mit. In den Tierheimen gebe es bereits Anfragen verzweifelter Tierhalter, die sich die medizinische Versorgung nicht mehr leisten könnten. dpa

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