Gläubige bei der Christmette im Mainzer Dom
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Gläubige bei der Christmette im Mainzer Dom

Weihnachtspredigten

Sterbehilfe, ausgesetzter Familiennachzug: Bischöfe üben Kritik

Aktuelle politische und ethische Fragen finden auch Eingang in die Weihnachtspredigten. Wenn Flüchtlinge alleine nach Deutschland kämen und ohne ihre Familien leben müssten, erschwere das das Ankommen, sagte einer der Bischöfe.

Die in Hessen tätigen Bischöfe haben sich in ihren Weihnachtspredigten ganz unterschiedlichen Themen gewidmet - vom Schutz des ungeborenen und zu Ende gehenden Lebens bis hin zum Antisemitismus und Willkür.

Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen sprach laut vorab verbreitetem Redemanuskript für seine Weihnachtspredigt im Fuldaer Dom gegen Sterbehilfe, embryonale Stammzellforschung und Präimplantationsdiagnostik aus. Wo die Gabe des Lebens nicht mehr als Geschenk des Schöpfers verstanden werde, seien Würde und Wert des Menschen vor seiner Geburt, in Krankheit und Alter in Gefahr, betonte der Geistliche. "Da müssen wir achtgeben, dass die Lobby für eine aktive Sterbehilfe nicht am Ende siegt, und wir Zustände wie in den Niederlanden oder Belgien bekommen."

Bischof Georg Bätzing sprach laut Manuskript für seine Predigt im Hohen Dom zu Limburg unter anderem über wachsenden Antisemitismus und Ungerechtigkeit. Bätzing redete von einem aus Syrien stammenden zwölfjährigen Ahmed, der nach der Dublin-Verordnung eigentlich das Recht habe, mit seiner in der Türkei ausharrenden Familie zusammengeführt zu werden. Der Junge, der in Deutschland wohnt, könne aber derzeit nur mit seinen Eltern telefonieren. "Das macht es schwer, hier anzukommen." Derzeit ist der Familiennachzug für Flüchtlinge mit subsidiärem, also eingeschränktem Schutz in Deutschland ausgesetzt.

Bischof Peter Kohlgraf forderte die Menschen laut Manuskript im Mainzer Dom in seiner ersten Weihnachtspredigt auf, die Realität nicht zu vergessen. Sie sollten die Augen nicht davor verschließen, dass auch Tod und Hass die Welt prägten. Das zeigten Bilder aus der ganzen Welt - aber auch ein aufmerksamer Gang durch die Städte. Diese Realität solle nicht ausgeblendet werden. "Vielmehr möchte die Feier von Weihnachten auslösen, dass ich wachsamer, aufmerksamer, sensibler und barmherziger werde."

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