Fahndung wegen Steuerhinterziehung
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Gegen die Angeklagten läuft eine internationale Fahndung. (Archivfoto)

Internationale Fahndung

Frankfurt: Bänker unter Verdacht – Mehr als 100 Millionen Euro Steuern hinterzogen?

  • Sandra Böhm
    vonSandra Böhm
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Die Behörden und das Bundeskriminalamt fahnden in einer Cum-Ex-Affäre nach einem Mann. Er soll dreistellige Millionenbeträge hinterzogen haben.

Frankfurt – In der Cum-Ex-Affäre fahnden die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, das Bundeskriminalamt (BKA) und die hessische Steuerfahndung nach einem 53-jährigen Angeklagten. Das „Handelsblatt“ bezeichnet ihn als „eine zentrale Figur im Steuerskandal Cum-Ex“. Er ist laut Angaben des BKA „dringend verdächtig“ zwischen den Jahren 2006 bis 2008 in seiner Funktion als Abteilungsleiter einer Großbank mit weiteren Bankmitarbeitern sowie einem Rechtsanwalt und Steuerberater für einen Investor die Cum-Ex-Geschäfte geplant und durchgeführt zu haben.

Bei Cum-Ex-Geschäften nutzen Investoren eine Lücke im Gesetz, um den Staat über Jahre hinweg um Milliarden Euro zu prellen. Dabei handeln die Beteiligten im Kreis, sodass der Staat Kapitalertragsteuern mehrfach erstattet. Im Fall des angeklagten Paul Robert Mora soll das zu einer Erstattung von Kapitalertragsteuern in Höhe von über 113 Millionen Euro geführt haben, ohne dass dem ein entsprechender Steuereinbehalt gegenüberstand. Das Steuerschlupfloch wurde im Jahr 2012 geschlossen. Dennoch ist dem Staat durch die Cum-Ex-Affäre ein Milliardenschaden entstanden.

Cum-Ex: Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt mit anderen Behörden wegen Steuerhinterziehung

Das Landgericht Wiesbaden hat die Anklage der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main gegen den 53-Jährigen und weitere Angeklagte bereits zugelassen sowie einen Haftbefehl gegen ihn erlassen und eine Öffentlichkeitsfahndung angeordnet. Die Angeklagten sollen sich wegen der Steuerhinterziehung vor dem Landgericht Wiesbaden verantworten. Der Prozess wurde wegen der Corona-Krise mehrfach verschoben und soll nun am 25. März 2021 beginnen.

Nach Informationen des „Handelsblatts“ hat Mora dem Gericht geschrieben, dass er davon ausgehe, dass das Strafverfahren gegen ihn eingestellt werde. Demnach wolle er auch nicht an der Hauptverhandlung in Wiesbaden teilnehmen. Er streite die gegen ihn erhobenen Vorwürfe entschieden ab und werde als neuseeländischer Staatsbürger davon Gebrauch machen, in seinem Heimatland zu bleiben.

Paul Robert Mora wird wegen des Verdachts auf besonders schwere Steuerhinterziehung gefahndet.

Das BKA teilte unterdessen mit, dass der Angeklagte über vielfältige Kontakte ins Ausland, darunter nach Großbritannien, die Schweiz, Australien und Spanien, verfügt. Sachdienliche Hinweise nimmt das BKA Wiesbaden unter der Telefonnummer 0611 55 15444 , sowie jede andere Polizeidienststelle, entgegen. (Sandra Böhm)

Ein Frankfurter Oberstaatsanwalt wurde wegen eines Justiz-Skandals festgenommen. Auch hier lautete der Vorwurf ebenfalls: krumme Geschäfte in Millionenhöhe.

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