Streit um Abschiebung: Behörde zeigt Arzt an

Um die Abschiebung eines angeblich psychisch kranken Asylbewerbers ist ein heftiger Streit entbrannt. Die Oppositionsparteien im hessischen Landtag kritisierten am Dienstag das Vorgehen des Wetteraukreises,

Um die Abschiebung eines angeblich psychisch kranken Asylbewerbers ist ein heftiger Streit entbrannt. Die Oppositionsparteien im hessischen Landtag kritisierten am Dienstag das Vorgehen des Wetteraukreises, der in dem Fall einen Gießener Psychiater angezeigt hat. Der Kreis versuche, den Mediziner zu „kriminalisieren” und Kritiker einer „inhumanen Abschiebungspraxis mundtot zu machen”, erklärte Gabi Faulhaber von der Linken-Fraktion dazu. Die SPD kündigte an, im Landtag auf eine „lückenlose Aufklärung” des Falls zu bestehen.

Medienberichten zufolge hatte der Mediziner des Gießener Universitätsklinikums die Abschiebung des Mannes und Patienten scharf kritisiert. Ein Vorwurf laut den Berichten: Der an einer posttraumatischen Belastungsstörung leidende Mann aus dem Kosovo sei aus der Klinik gelockt und dann festgenommen worden.

Der Wetteraukreis wies das als „absolut falsch” zurück. Er verwies zudem auf eine Gerichtsentscheidung, wonach der Mann ausreisen müsse. Die Anzeige gegen den Arzt sei unter anderem wegen versuchten Betruges erstattet worden, teilte der Kreis weiter mit. Ein Sprecher des Uni-Klinikums sagte dazu: „Wir prüfen das juristisch.” Bis dahin wollten sich weder die Klinik noch der Arzt äußern.

(dpa)

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