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Synodale kritisiert „toxische Strukturen“ in der Kirche

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Johanna Müller, das mit 18 Jahren jüngste Mitglied der in Frankfurt tagenden Synodalversammlung der deutschen Katholiken, hält eine Reform der Kirche für dringend geboten. „Ich bin nach wie vor überzeugt, dass sich Kirche ändern muss“, sagte Müller der Deutschen Presse-Agentur. „Die Missbrauchskrise zeigt, dass wir in der katholischen Kirche ein großes Machtproblem haben.

Frankfurt/Main - Toxische Strukturen sowie eine rigide Sexualmoral begünstigen sexuellen Missbrauch. Eine andere Baustelle ist die Gleichberechtigung aller Menschen - das betrifft zum Beispiel die Dienste und Ämter in der Kirche.“

Die deutschen Katholiken bemühen sich seit 2019 im Reformprozess Synodaler Weg um eine Erneuerung der Kirche. Der Vatikan hatte allerdings kürzlich klargestellt, dass der Synodale Weg „nicht befugt“ sei, die Leitungsstrukturen der Kirche oder gar die katholische Lehre zu verändern.

Müller sagte dazu: „Ich war genervt von dieser unsäglichen Art und Weise, mit Deutschland zu kommunizieren, und zugleich nicht wirklich überrascht.“ Der Synodale Weg sei im Kirchenrecht nicht vorgesehen, seine Beschlüsse seien nicht rechtswirksam, sondern müssten am Ende von den Bischöfen umgesetzt werden. „Dennoch werden Problemfelder bearbeitet und Strukturen sowie Grundsätze hinterfragt. Das ist vor dem Hintergrund der Missbrauchskrise zum einen unsere Pflicht und zum anderen ein wichtiger Beitrag zu Debatten, die in anderen Teilen der Weltkirche ganz ähnlich geführt werden.“

Die junge Synodale stammt selbst aus einer katholischen Familie in Marienfeld im Kreis Gütersloh und war lange Zeit Messdienerin. „Die katholische Kirche bei uns zuhause verliert aber genauso an Bedeutung wie an anderen Orten“, sagte sie. „Da ist ein starker Umbruch zu beobachten.“

In der Synodalversammlung vertritt Müller den BDKJ, einen Zusammenschluss katholischer Jugendverbände. Diesmal nimmt sie allerdings nur digital teil, da sie derzeit einen Freiwilligendienst in der schwedischen Stadt Uppsala absolviert. Sie kann sich vorstellen, danach katholische Theologie zu studieren und später Journalistin zu werden. dpa

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