Zweite Synodalversammlung der katholischen Kirche
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Georg Bätzing, Bischof von Limburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

Synodalversammlung will Kirche reformieren: Panne am Schluss

Mehr Demokratie, Diversität und Teilhabe in der Kirche: Auf dem Synodalen Weg in Frankfurt ringen die deutschen Katholiken um Richtungsentscheidungen. Am Ende gibt es eine Blamage.

Frankfurt/Main - Die deutschen Katholiken haben die zweite Synodalversammlung ihres Reformprozesses mit „klaren Richtungsentscheidungen“ abgeschlossen. Er sei „unglaublich berührt“, weil bei dem dreitägigen Treffen des Synodalen Wegs soviel geschafft worden sei, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, am Samstag in Frankfurt/Main.

Eine peinliche Panne gab es allerdings am Schluss: Die Versammlung musste vorzeitig beendet werden, weil zu wenige Mitglieder im Saal anwesend waren und das Gremium dadurch nicht mehr beschlussfähig war. Eine ganze Reihe von Mitgliedern war offenbar vorzeitig abgereist, unter ihnen mehrere Bischöfe. Bätzing und der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, ermahnten die gut 200 Mitglieder der Versammlung, dass das nicht nochmal vorkommen dürfe.

Gleichzeitig äußerte sich Bätzing hochzufrieden: „Es sind Texte debattiert worden, die nicht nur Texte sind, sondern in Worte gefasste Träume, wie wir die Kirche in Deutschland verändern wollen: eine Kirche, die partizipativ, geschlechtergerecht und mit den Menschen auf dem Weg ist.“ Nach den Vorstellungen der Synodalversammlung soll die Kirche künftig demokratischer strukturiert werden, so sollen Gläubige ein Mitspracherecht bei der Ernennung von Bischöfen bekommen.

Ob das alles wirklich so kommt, ist allerdings noch unklar, denn der Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen und am Ende kann nichts ohne eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Bischöfe beschlossen werden.

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hob insbesondere die Vorlage „Leben in gelingenden Beziehungen“ hervor: „Der Text würdigt Sexualität als positive Kraft und erkennt an, dass alle Menschen in ihrer Sexualität von Gott geschaffen und geliebt sind. Sexualität und Identität gehören zusammen.“

Kardinal Gerhard Ludwig Müller, ehemaliger Präfekt der römischen Glaubenskongregation, kritisierte den Reformprozess. Wer sich auch nur halbwegs auskenne, wisse, „dass es bei diesem Schauspiel vor einer kirchenfremden Öffentlichkeit um die Macht geht und nicht um die Wahrheit des Evangeliums“, teilte Müller der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die Synodalversammlung ist das Hauptgremium des Synodalen Wegs. Dabei geht es um vier Themenfelder: die Position der Frauen in der Kirche, den Umgang mit Macht, die katholische Sexualmoral und die priesterliche Ehelosigkeit (Zölibat). Am Ende des Wegs voraussichtlich im Jahr 2023 sollen konkrete Reformen stehen. dpa

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