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Rund 7000 Erzieher und Sozialarbeiter aus ganz Hessen sind in die mittelhessische Uni-Stadt kommen, um ihren Forderungen im Tarifstreit Nachdruck zu verleihen.

Kita-Streik

Tausende Erzieherinnen demonstrieren in Hessen und Rheinland-Pfalz

Taus

Tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kindertagesstätten aus Hessen und Rheinland-Pfalz sind am Dienstag auf zentralen Kundgebungen in Gießen und Ludwigshafen zusammengekommen. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und die Polizei sprachen übereinstimmend von 8.500 bis 9.000 Teilnehmern in Gießen und von 6.000 bis 7.000 Teilnehmern in Ludwigshafen. Auf einem Protestzug in Gießen trugen die Demonstranten Plakate mit Aufschriften wie "Wer fördert, darf fordern", "Aufwerten jetzt", "5 Jahre Ausbildung - wo ist der Lohn?" oder "Erzieherin = Zukunftsgestalterin".

Der ver.di-Bundesvorsitzende, Frank Bsirske, warb in Gießen für ein unbefristetes Weiterstreiken, bis die Arbeitgeber ein akzeptables Angebot vorlegten. Erzieherinnen seien pädagogische Facharbeiterinnen und Kindertagesstätten Bildungseinrichtungen, an die hohe Erwartungen gestellt würden, sagte er. Im Laufe der Demonstration in Ludwigshafen schloss sich den Protestierenden auch eine Kolonne Streikender aus Mannheim an. An dem Streik beteiligen sich Mitarbeiter von Kindertagesstätten in kommunaler Trägerschaft.

Erneut hatte ver.di in Rheinland-Pfalz auch Mitarbeiter evangelischer Kindertagesstätten aus der Pfalz zur Teilnahme an dem Aktionstag aufgerufen. Da die pfälzische Landeskirche die Tarifverträge des öffentlichen Dienstes unmittelbar übernimmt, vertritt die Gewerkschaft die Ansicht, dass das Streikverbot für kirchliche Beschäftigte in diesem Fall keine Grundlage hat. Die Kirche hat streikenden Erzieherinnen in der Vergangenheit wiederholt dienstrechtliche Konsequenzen angedroht.

In dem aktuellen Tarifkonflikt fordern die Gewerkschaften eine deutliche Aufwertung des Erzieherberufs und Einkommensverbesserungen von durchschnittlich zehn Prozent. Die Kommunen haben bislang kein Angebot vorgelegt.

 

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