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Teilchenbeschleuniger: Kosten und Baudauer geprüft

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Beschleunigerzentrum FAIR
Blick in die Baustelle des internationalen Beschleunigungszentrums FAIR im unterirdischen Transfergebäude. © Arne Dedert/dpa

Sie soll Einblicke in die Entstehung des Universums geben. Im Norden von Darmstadt wird an einer der weltweit größten Forschungsanlagen gebaut. Auf rund 20 Hektar soll hier künftig nachvollzogen werden, wie Materie und wie Sterne entstehen.

Darmstadt - Für die gigantische Teilchen-Beschleunigeranlage nordöstlich des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung in Darmstadt werden derzeit erneut die Kosten und die Baudauer geprüft. Das Bundesforschungsministerium werde die Ergebnisse voraussichtlich noch in diesem Quartal vorstellen, sagte der Technische GSI-Geschäftsführer, Jörg Blaurock, am Dienstag bei einer Baustellenbesichtigung. Durch die Corona-Pandemie könnten sich die Arbeiten verzögern. Es müsse sich zeigen, wie die Pandemie sich möglicherweise auf Lieferketten auswirke. Auch die Kosten könnten noch einmal steigen.

Hessens Europaministerin Lucia Puttrich (CDU) würdigte die im Bau befindliche Anlage als künftig weltweit führenden Teilchenbeschleuniger. Es sei eines der größten Vorhaben für die Forschung weltweit.

Die Teilchen-Beschleunigeranlage gilt als eine der weltweit größten Anlagen physikalischer Grundlagenforschung. Mit der Anlage soll die Entstehung des Universums erforscht werden - in einem unvorstellbar kleinen Maßstab. Die Abkürzung „Fair“ steht für „Facility for Antiproton and Ion Research“, es handelt sich also um eine Anlage zur Forschung mit Antiprotonen und Ionen. Darüber hinaus könnten auch neuartige Anwendungen in Medizin und Technik entwickelt werden. Die Kosten sind in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Waren ursprünglich rund 1,3 Milliarden Euro veranschlagt worden, lag die Höhe der Gesamtinvestitionen zuletzt bei rund 3,1 Milliarden Euro.

Hauptgeldgeber des Projekts sind der Bund und das Land Hessen. Als ausländische Partner sind auch Finnland, Frankreich, Indien, Polen, Rumänien, Russland, Schweden und Slowenien Gesellschafter von Fair.

Auf dem rund 20 Hektar großen Gelände arbeiten derzeit Hunderte Bauarbeiter. Dem Verantwortlichen für die Baustelle, Harald Hagelskamp, zufolge werden rund 600 000 Kubikmeter Beton verbaut. Dies entspreche rund sechs mal dem Frankfurter Fußballstadion. Der verbaute Stahl reiche für neun Eiffeltürme. Erste Experimente in der neuen Anlage sollen 2025 starten, der Abschluss der Bauarbeiten ist für 2027 geplant.

In Hessen war Ende vergangenen Jahres bekanntgegeben worden, dass es eine eigene Forschungsakademie für die wissenschaftliche Arbeit des im Bau befindlichen Teilchenbeschleunigers gegründet wurde. Die Helmholtz-Akademie wird vom Land mit jährlich rund drei Millionen Euro unterstützt. Die drei beteiligten Universitäten in Darmstadt, Frankfurt und Gießen tragen für die Ausstattung der Akademie zudem fünf Millionen Euro und das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung drei Millionen Euro jährlich bei. Hauptzweck ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. dpa

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