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Telefonbetrügereien haben in der Corona-Zeit zugenommen

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Ältere Frau telefoniert
Eine ältere Frau telefoniert mit einem schnurlosen Festnetztelefon. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

Die Opferschutzorganisation Weißer Ring in Hessen hat sich besorgt über die Zunahme von Betrügereien am Telefon gezeigt. „Wir haben viele Beratungen für diesen Bereich im Weißen Ring - aber natürlich lange nicht so viele, wie es wirklich Taten gibt“, sagte der Präventionsbeauftragte des Landesverbands, Ulrich Warncke, der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden.

Wiesbaden/Frankfurt - Die Opfer empfänden eine riesige Scham, dass sie auf die Telefonbetrügereien reingefallen sind. Deshalb meldeten sich nicht alle Betroffenen.

Die Methoden der Betrüger würden „immer ausgefeilter und fantasiebegabter“, erklärte Warncke. „Das ist schon ein großes Problem.“ Die Opfer seien vor allem ältere Menschen. „Die Täter gehen gezielt vor: Sie schauen in den Telefonverzeichnissen nach älteren Vornamen wie etwa Adelheid oder Wilhelmine.“ Gerade in der Corona-Zeit seien die Leute vielfach zuhause und würden so schneller zum Opfer als zuvor.

Nach Einschätzung des Präventionsbeauftragten gehen die professionellen Betrügereien auf organisierte Gruppen und Banden zurück, die vor allem aus dem Ausland operieren. „Das sind intelligente Leute in diesen Call-Centern und hoch professionell. Diese Gruppen lernen auch“, sagte Warncke.

„Die höchste ergaunerte Summe, die mir bei den Telefonbetrügereien bekannt geworden ist, waren 400 000 Euro.“ Eine Schadenssumme in sechsstelliger Höhe komme häufiger vor.

Der Weiße Ring helfe durch die Vermittlung von psychologischer Hilfe und mit menschlichem Beistand, erklärte der Präventionsbeauftragte. Er rief eindringlich dazu auf, niemals Geld an Fremde zu übergeben. dpa

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