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Tierheime leiden unter steigenden Energiekosten

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Tierheim
Junge Katzen sind in einem Tierheim untergebracht. © Martin Schutt/dpa/Symbolbild

Die erhöhten Energiepreise machen sich auch in Hessens Tierheimen bemerkbar. Zusätzlich steigen die Kosten für Futtermittel und Tierärzte. Einige Organisationen stehen vor dem Aus.

Frankfurt/Sontra - Angesichts der hohen Energiepreise blicken Tierheime mit Sorge auf den Winter. „Die Tierheime wird es jetzt voll erwischen. Sie sind massiv auf Förderungen angewiesen, die momentan noch nicht zugänglich sind“, sagte Daniela Müller vom Landestierschutzverband in Hessen der Deutschen Presse-Agentur. Sie befürchte, dass die bereits angespannte Situation sich noch verschlimmern könnte. „Das wird sportlich, jetzt die Kälte zu überbrücken“.

Nicht nur die steigenden Energiekosten machen den Tierheimen zu schaffen, auch teurere Futtermittel und eine neue Gebührenordnung für Tierärzte ab November sorgen für weitere finanzielle Belastungen. „Das was auf uns zukommt, wird auch darüber entscheiden, welche Tiere überhaupt aufgenommen werden können“, sagte Daniela Müller. Die Tierheime seien laut Müller immer mehr auf Spenden und Privatfinanzierungen angewiesen.

Besonders wirke sich die Kostensteigerung auf Tiere aus, die höhere Temperaturen benötigen, um zu überleben. Dazu gehören beispielsweise Spinnen, Reptilien oder Amphibien. „Es gibt viele Exoten, die man nicht bei den 19 Grad sitzen lassen kann“, sagte Müller.

Viele Reptilien müssen mit energieintensiven Wärmelampen bestrahlt werden. „Wir haben jetzt schon die doppelten Energiekosten“, sagte Tierpfleger Peter Wischnewski von der Reptilienauffangstation in Sontra. Laut dem Pfleger sei in den kommenden Monaten mit mehr Abgaben von Tieren zu rechnen. Besonders betroffen seien dieses Jahr Schlangenarten, die aus Südamerika oder Afrika stammen, da diese eine Temperatur von 25 bis 30 Grad benötigen.

Zusätzlich geben immer mehr Menschen ihre Reptilien wieder ab oder setzen diese aus. Laut Wischnewski kamen kürzlich mehr als 100 verschiedene Giftschlangen in die Auffangstation. Das kann sich diese allerdings nicht leisten. „Wir wissen noch nicht was passiert, aber im schlimmsten Fall, müssen wir schließen“, sagte der 50-jährige Tierpfleger.

Auch das Tierheim in Frankfurt verzeichnet einen hohen Strom von Fund- und Abgabetieren. Dabei gilt: Je höher die Anzahl der Tiere, desto höher auch die Energiekosten. „Den aktuellen Entwicklungen, steigende Energie- und Tierarztkosten, blicken wir natürlich mit Sorge entgegen. Nicht nur, dass dies für unser Tierheim finanziell schwer zu stemmen sein wird, auch die private Tierhalter sind ja von der Krise betroffen“, sagte Sabine Urbainsky, Leiterin des Frankfurter Tierheims.

Als Folge könnten demnach noch mehr Tiere entweder abgegeben oder ausgesetzt werden. Laut der Tierheimleiterin brauche es seitens der Politik konkrete Maßnahmen. „Um dieser Spirale etwas entgegen zu setzten, sehen wir ebenfalls Bund, Länder und Kommunen in der Pflicht, höhere Zuschüsse für die Tierheime bereitzustellen.“

Die Zuschüsse könnten schon bald kommen, denn der Bund einigte sich vergangene Woche auf finanzielle Hilfen für Tierheime. Diese sollen die Mehrkosten infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ausgleichen. Dafür sollen Hilfen in Höhe von fünf Millionen Euro fließen. Allerdings müssen Tierheime mindestens 7500 Euro für die Versorgung von ukrainischen Flüchtlingstieren ausgeben. dpa

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