Ach, wie lecker! Das dachten sich wohl die Einbrecher, die in einer Kasseler Schule aus der Cafeteria Schokoriegel entwendeten. Doch dieses Diebesgut ließ sie letztlich auch auffliegen.
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Ach, wie lecker! Das dachten sich wohl die Einbrecher, die in einer Kasseler Schule aus der Cafeteria Schokoriegel entwendeten. Doch dieses Diebesgut ließ sie letztlich auch auffliegen.

Kriminalität

Die Top-Ten der trotteligen Möchtegern-Verbrecher 2017

So mancher vermeintliche Ganovencoup ist auch in diesem Jahr nach hinten losgegangen. Frei nach dem Motto: Erst hatten sie kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu. Und das erwischte sowohl Spanner als auch Wildpinkler.

Ein Serienräuber mit bemitleidenswert mickriger Beute, eingeschlafene oder eingeschlossene Einbrecher oder ein Spanner mit durchschlagender Wirkung: Einige Ganoven, Verbrecher und Fehlgeleitete sind im Jahr 2017 kläglich gescheitert. Eine Rangfolge der größten Missgeschicke:

  Platz 10: Mutmaßlich beim Spannen wird ein Jugendlicher im November in Bad Vilbel verletzt. Der 17-Jährige klettert auf das Dach eines Schuppens und will in ein Wohnhaus gucken. Das Plexiglasdach bricht unter der Last zusammen, und der junge Mann fliegt auf. Ein Nachbar hält ihn fest, bis die Polizei kommt. Zunächst gehen die Beamten von einem Einbrecher aus. Bei den Ermittlungen stellt sich aber heraus, dass „offensichtlich eher der Hang zum Voyeurismus sein Motiv für die missglückte Kletteraktion war“, wie die Polizei berichtet.

  Platz 9: Nun gut, er ist kein Krimineller, aber auf die Tanzfläche pinkeln – das gehört sich nicht. Ein betrunkener Club-Besucher aus Wiesbaden wird in einer August-Nacht in Mainz dennoch dabei erwischt. Er uriniert dabei auch auf das Bein eines anderen Gastes und sogar auf die Musikanlage. Die Folgen: Kein Sound mehr, der Geschäftsführer schließt den Club, Party beendet. Der Wildpinkler zeigt sich renitent. Er muss von der Polizei gefesselt werden und wird schließlich hinausbefördert.

  Platz 8: Mit stoischer Gelassenheit lässt ein Rentner in Südhessen einen Räuber abblitzen. An einem Samstag im Juli stehen beide im Vorraum einer Bankfiliale in Trebur-Geinsheim. Am Drucker für die Kontoauszüge bedroht der maskierte Mann ihn mit einer Pistole. Forderung: 1000 Euro abheben, sofort! „Dafür bin ich zu alt!“, kontert der 86-Jährige schlagfertig. Diese Reaktion verblüfft den Räuber derart, dass er unverrichteter Dinge die Flucht ergreift.

  Platz 7: Viel Aufwand, wenig Ertrag: Kein gutes Händchen hat ein Räuber in Frankfurt bewiesen. Er begeht innerhalb von vier Stunden eine Serie von Taten – aber seine Beute fällt mickrig aus: In einem Supermarkt ergattert er zehn Euro. Auf die gleiche Summe kommt er, als er einer Passantin ein Messer vorhält. Im Hauptbahnhof entwendet er eine Spendendose mit acht Euro und ein Thunfischbrötchen. Im Februar wird er von einem Gericht verurteilt.

  Platz 6: Ein Fahrraddieb radelt auf seiner Flucht ausgerechnet dem Eigentümer des gestohlenen Drahtesels in die Arme. Der 48-Jährige wartet gerade an einer Straßenbahn-Haltestelle in Kassel – weil er eben kein Rad mehr besitzt. Als der Dieb vorbeifährt, stoppt er ihn geistesgegenwärtig und nimmt ihm die Beute wieder ab. Nach Polizei-Angaben hatte der Dieb lediglich eine Stunde Freude am gestohlenen Rad. Er entkommt aber – mit der Straßenbahn.

  Platz 5: Schokoriegel werden jugendlichen Einbrechern in einer Kasseler Schule zum Verhängnis. Sie steigen im Januar in die Cafeteria ein. Ihre Beute: der Kasseninhalt und einige Schokoriegel. Anschließend flüchten sie, werden aber kurz darauf von der Polizei geschnappt. Bei einem von ihnen entdecken die Beamten die zuvor gestohlenen Süßigkeiten – so fliegen die Einbrecher auf.

  Platz 4: Ein betrunkener und gesuchter Kleinbus-Fahrer geht der Polizei bei einer Kontrolle im Mai bei Darmstadt ins Netz. Nachdem ihm auf der Autobahn 5 der Sprit ausgegangen ist, stoppt er auf der Standspur und legt sich für ein Nickerchen aufs Ohr. Als die Polizei kommt und ihn kontrolliert, folgt der nächste Lapsus: Sein Führerschein wird von den Beamten als Fälschung erkannt. Er muss pusten und wird mit 1,3 Promille aus dem Verkehr gezogen. Obendrein stellt sich heraus: Der Mann wird per Haftbefehl gesucht.

  Platz 3: Erstmal hinlegen muss sich ein Einbrecher auch im April in einer Kita in Kassel. Der Mann bricht dort ein und erbeutet nach Polizei-Angaben etwas Kleingeld, eine Banane und einige Lutscher. Wegen eines Hexenschusses, so erklärt der Mann später, legt er sich hin, um sich auszuruhen. Am nächsten Morgen machen die Erzieherinnen die ungewöhnliche Entdeckung und sehen den Einbrecher in einer Kuschelecke der Kinder selig schlummern.

  Platz 2: Ein ungewöhnlicher Einbruch beschäftigt die Polizei im Januar in Nordhessen. Unbekannte schlagen das Fenster einer leerstehenden Wohnung in Fritzlar ein. Anschließend machen sie sich in der Küche zu schaffen. Die Täter bereiten eine mitgebrachte Packung Eier direkt auf der nackten Herdplatte zu. Dann verschwinden sie mit leeren Händen, hinterlassen aber eine Sauerei in der Wohnung, die bis auf die Kochnische leer war. Der Herd ist nach der Eier-Aktion hinüber.

  Platz 1: Richtig dumm läuft es im Oktober für einen Kleinkriminellen im Frankfurter Bahnhofsviertel. Der Mann (53) knackt ein Auto, setzt sich rein und wird dann von der automatischen Türverriegelung eingeschlossen. Er ist gerade dabei, das Handschuhfach nach wertvollem zu durchsuchen, als die Schlösser – „klack“ – schließen. Passanten werden auf die krampfhaften Versuche des Mannes aufmerksam, aus dem Auto heraus zu kommen. Sie rufen die Polizei.

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