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Runder Tisch IT-Sicherheit

Treffen der Cyber-Security

Innenminister Beuth holt Experten an einen Tisch, um die IT-Sicherheit zu erhöhen. Beim hessischen Gipfel für Cybersicherheit geht es nicht nur um die neusten Forschungsergebnisse, sondern auch um Prävention und bessere Vernetzung.

Von BERND GLEBE (DPA)

Hessen will mit einem runden Tisch Cybersicherheit für mehr IT-Schutz in den Landesbehörden und bei den Unternehmen im Land sorgen. Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) wird ein maßgeblicher Teilnehmer der Expertenrunde sein. Für SIT-Leiter Michael Waidner ist bei der Prävention die Ausbildung von Cybersicherheitsexperten in der öffentlichen Verwaltung ein entscheidender Faktor.

„Man muss sehr viel für die Schulung dieser Experten bei der Polizei und in der Justiz tun“, sagte Waidner der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. „Gerade in der Justiz wird durch moderne IT vieles effektiver und effizienter gemacht.“ Dabei sei es von großem Vorteil, wenn die Wissenschaft die Praxis eng begleitet. Wichtig sei auch, den Mittelstand mit leichten Lösungen bei der IT-Sicherheit zu unterstützen. „Kleinere Firmen können es sich nicht leisten, eine eigene Task-Force dafür zu bilden.“

Wie eine bessere Vernetzung zwischen Land, Industrie und Forschung erreicht werden kann, soll auf Hessens erstem Cybersicherheitsgipfel am 26. Februar in Frankfurt angegangen werden. Bei dem Expertentreffen auf Einladung von Innenminister Peter Beuth (CDU) soll auch der runde Tisch ins Leben gerufen werden. Neben dem Innen- und Wissenschaftsministerium sowie dem Fraunhofer SIT werden auch das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung, die Technische Universität Darmstadt und die Hochschule Darmstadt an der Runde teilnehmen. Diese vier bilden seit Oktober vergangenen Jahres das Center for Research in Security and Privacy (Crisp).

Bei dem Gipfel sollen nach Angaben des SIT-Leiters bereits laufende Vorhaben vorgestellt werden. „Es gibt beispielsweise Projekte zur Forensik, für die wir Algorithmen entworfen haben, mit denen man sehr effizient nach illegalen Inhalten auf großen Datenbanken und auf beschlagnahmten Festplatten, nach kinderpornografischem Material sowie rechtsradikaler Literatur suchen kann und die den konventionellen Lösungen technisch weit überlegen sind“, erklärte Michael Waidner.

Zwei

Leuchtturmprojekte

der Forscher gebe es derzeit: „Wie kann ich Software herstellen, damit das Maß an Sicherheit von Webseiten und online gestellten Datenbanken von Anfang an vorhersagbar nach oben geht?“ Außerdem werde daran geforscht, wie man existierende Internetprotokolle so verändern kann, dass insbesondere sensible Internetverbindungen beispielsweise für Abhörzwecke nicht so einfach umgeleitet werden können und diese somit sicherer sind.

„Das Internet kann man aber nicht von jetzt auf sofort verändern“, betonte der Institutsleiter. „Das muss man ganz bedächtig machen, es sind in der Praxis immer nur kleine Schritte möglich. Jedoch können kleine Schritte oft große Wirkung für die Sicherheit erzielen, wie beispielsweise Änderungen in der Konfiguration.“

Ein Ziel der Forschung müsse aber sein, nicht nur Lösungsmodelle zu entwickeln. Die Lösungsvorschläge für mehr Cybersicherheit sollten deutlich schneller in den Markt gebracht werden. „Jetzt ist es so, dass jede Entscheidung, die man fällt, erst in etwa sechs Jahren Auswirkungen hat.“

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