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Trockenheit stresst Wildtiere: Wasserschalen helfen Vögeln

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Trockenheit lässt Tiere leiden
Drei Enten stehen im Schatten eines der kleinen Bäume am Rüsselsheimer Mainufer, um so der sengenden Sonne ein wenig zu entgehen. © Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild

Nicht nur Menschen leiden unter der Trockenheit und Hitze - auch die Tiere im Wald und im Garten. Dabei geht es nicht nur um Durst. Wildschweine und Rotwild fehlen die wichtigen Suhlen. An einigen Stellen bringen Jäger daher Wasser in den Wald.

Frankfurt/Main - Gestresste Vögel, ruhebedürftige Rehe: Auch Wildtiere leiden unter der Trockenheit. Sie seien grundsätzlich an extreme Bedingungen angepasst und könnten ihre Aktivität zurückfahren, um den Stoffwechsel herabzusetzen, sagte Susanne Steib vom BUND Hessen. Waldbesucher und Spaziergänger sollten derzeit besonders darauf achten, die Tiere in Ruhe zu lassen und sie nicht aufzuscheuchen, was ihnen zusätzliche Energie abverlangen würde.

„Die lange Trockenheit macht nahezu allen heimischen Wildtieren zu schaffen“, erklärte Markus Stifter vom Landesjagdverband. „Besonders betroffen sind natürlich Amphibien, Vögel, Insekten aber auch unsere großen Säugetiere.“ Dies betrifft nicht nur das Trinken. „Insbesondere das Rotwild und die Wildschweine suhlen während der Hitzeperiode mehrmals am Tag. Dies dient häufig auch der Ungezieferabwehr“, erläuterte Stifter.

Jägerinnen und Jäger versorgten daher in einigen Regionen Hessens die Wildtiere mit Wasser. Im Wald kommen dabei auch große Wasseranhänger zum Einsatz, damit die Suhlen ausreichend befüllt werden können. Vergangenes Wochenende gab es beispielsweise im Revier Wernborn bei Usingen eine solche Bewässerungsaktion - unterstützt von einem Landwirt, wie Frank Klaus Cernic von der Jägervereinigung Usingen berichtete. An diesen Plätzen findet sich nach den Erfahrungen von Jägern oft innerhalb weniger Stunden das Wild ein.

Rehwild nehme einen Großteil der täglich benötigten Wassermenge über die Nahrung auf, erklärte Stifter. Da jedoch in einigen Regionen Hessens oft kein Morgentau mehr auf den Gräsern liege, sei das für die Tiere besonders in der Zeit schwierig, wenn Jungtiere gesäugt werden. „Im schlimmsten Fall könnte es dazu kommen, dass die Jungtiere nicht mehr mit ausreichend Muttermilch versorgt werden können“, gab Stifter zu Bedenken.

Teilweise halte sich Wild - insbesondere Wildschweine - bei Dürre verstärkt in der Nähe von großen Fließgewässern auf. Vor mehreren Jahren seien etliche Tiere aus den Rheingauer Höhenlagen rund um Martinsthal näher an den Rhein gekommen, erzählte der Sprecher des Landesjagdverbandes. „Es kam zu vermehrten Unfällen auf der autobahnartig ausgebauten Bundesstraße 42.“

Auch kleinere Säugetiere wie Hasen und Kaninchen sowie Feld- und Singvögel litten unter der Trockenheit, mahnte Stifter. Deshalb würden von Jägern unter anderem in der Wetterau oder in Wiesbaden täglich kleine Wasserschalen im Feld befüllt.

Um Gartentieren zu helfen, solle man flache Schalen mit Wasser aufstellen, riet auch die Wildtierökologin Steib. Denn momentan müssten etwa Vögel lange Strecken in Kauf nehmen, um trinken zu können. „Das stresst die Tiere“, sagte sie. Ein Blumenuntersetzer sei als Trinkschale ausreichend, am besten versehen mit einem Stein oder einem Stöckchen, so dass auch Insekten landen, trinken und wieder starten könnten.

Das Wasser müsse täglich gewechselt und die Schale mit heißem Wasser und einer Bürste gereinigt werden, damit sich keine Krankheitserreger verbreiteten. Die Schale solle auch nicht neben einem Gebüsch stehen, damit sich Katzen nicht anschleichen könnten.

Auch Igel nähmen das Wasser gerne entgegen, sie bräuchten derzeit besonders viel Flüssigkeit, erläuterte Steib. Die Tiere ernährten sich von Schnecken und Würmern, die momentan schwer zu finden seien. Das bringe die nachtaktiven Tiere dazu, auch tagsüber unterwegs zu sein.

Hoch problematisch sei die Trockenheit auch für Fische und Amphibien. Bei letzteren gebe es Arten, die spät laichten, und nun fehle das Wasser für die Kaulquappen. Gelbbauchunke und Kreuzkröte hätten beispielsweise deshalb dieses Jahr kaum Chancen auf Fortpflanzung, sagte Steib. dpa

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