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Trotz trockenen Sommers viele Pilze in hessischen Wäldern

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Pilze sprießen
Ein Pilzsachverständiger hat einen Steinpilz gefunden. © Thomas Frey/dpa/Archivbild

Trotz negativer Prognosen wegen des trockenen Sommers sprießen aktuell in Hessen die Pilze. Im Landkreis Kassel etwa seien die Pilze vor zwei Wochen schlagartig aus dem Boden geschossen, sagte Jörn Hödtke, Pilzberater der Stadt Kassel und Pilzsachverständiger des Landkreises der Deutschen Presse-Agentur. Dieses Jahr sei wohl das pilzreichste seit zehn Jahren in der nordhessischen Region.

Kassel/Darmstadt - „Da haben einfach alle Faktoren zusammengepasst.“ Zum Herbstbeginn habe es warmes Wetter mit viel Regen gegeben, welches das Pilzwachstum begünstigt habe, ergänzte Hödtke.

In den Wäldern gebe es derzeit vor allem viele Steinpilze, aber auch Schirmpilze seien reichlich vorhanden. Drei bis vier davon ergeben laut dem Experten bereits eine Mahlzeit.

Vorsicht sei jedoch bei Champignons geboten. Unter dieser Pilz-Gattung gebe es einige giftige Arten, wie etwa den Perlhuhn- und Dünenchampignon, erklärte Hödtke. Champignons wachsen dem Experten zufolge überwiegend in Gärten, von denen erfahrungsgemäß etwa die Hälfte giftig sind.

Auch in Südhessen können sich die Pilzliebhaber freuen. Laut der Pilzsachverständigen Irmtraut Lampert aus Darmstadt sind in Laubwäldern derzeit vor allem Steinpilze zu finden, während in Fichtenwäldern vielerorts Krause Glucke sprießen.

Dass das Pilzwachstum der Hitze getrotzt habe, habe Lampert überrascht. Dennoch seien einige Gattungen wie etwa Täublinge, die häufig im Spätsommer wachsen, in den Wäldern ausgeblieben.

Wie Hödtke warnt auch Lampert vor unachtsamen Sammeln. Viele würden veraltete oder gar verschimmelte Pilze mit nach Hause nehmen und zubereiten. Um Vergiftungen zu vermeiden, empfiehlt die Expertin, sich vor der Pilzsammlung ausgiebig zu informieren. „Pilze sammeln ist wie eine Sprache lernen“, sagte Lampert. Im Zweifelsfall könnten Sammler sich von Pilzsachverständigen aus ihrer Umgebung beraten lassen. Diese sind demnach auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Mykologie zu finden. dpa

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