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Überforderung in der Pflege: ASB fordert mehr Investitionen

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Überforderung in der Pflege
Eine Pflegekraft hält in einem Seniorenheim die Hand einer Bewohnerin. © Daniel Reinhardt/dpa/Symbolbild

Ein hochgeklapptes Bettgitter, aggressives Anschnauzen, keine Hilfe auf der Toilette: Konflikte und Gewalt in der Pflege sind häufig ein Zeichen von Überforderung. Vier von fünf Pflegebedürftigen in Deutschland werden laut Statistischem Bundesamt zu Hause versorgt, meist von pflegenden Angehörigen. Diese sind nicht selten überlastet. In Kassel etwa wurde gerade ein 71-Jähriger zu vier Jahren Haft verurteilt, weil er aus Überforderung seine schwer kranke pflegebedürftige Ehefrau mit einem Kissen erstickt hat.

Kassel/Frankfurt - „Die Belastung für pflegende Angehörige kann generell sehr hoch werden und dann auch zu solchen Situationen führen“, sagte Ludwig Frölich, Vorstandsvorsitzender des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Hessen. „Es muss etwa passieren“, fordert er.

Die Zahl pflegebedürftiger Menschen wird laut jüngstem Barmer-Pflegereport in den kommenden Jahren rasant steigen. Sind demnach derzeit 4,5 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig, werden es im Jahr 2030 bereits rund sechs Millionen Menschen sein. „Es wird verkannt, was auf die Gesellschaft zukommt“, betont Frölich.

Bereits jetzt bestehe extremer Fachkräftemangel in der Pflege. Außerdem müsse in Schulungen investiert werden, damit das Personal Angehörige speziell beraten könne. „Unser Ziel ist, das System so zu verändern, dass mehr Zuwendung und persönliche Beratung für pflegende Angehörige möglich ist.“ Die Politik sei gefordert, dafür das nötige Geld zur Verfügung zu stellen. dpa

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