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Urlauberin entdeckt seltenen Rochen am Strand von Baltrum

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Seltener Rochen am Strand von Baltrum
Ein weiblicher Sternrochen liegt am Nordstrand der Insel Baltrum. © Catharina Zech/Gemeinde Baltrum/dpa

Eine Nordseeurlauberin aus Hessen hat am Strand der ostfriesischen Insel Baltrum einen weiblichen Sternrochen entdeckt. Die Tiere lebten eigentlich in der mittleren, tiefen Nordsee, sagte ein Sprecher der Inselgemeinde am Freitag und verwies auf Angaben des Baltrumer Nationalparkhauses. Eher selten würden sich die platten Tiere mit dem markanten langen Schwanz in die südliche Nordsee bis an die Inseln verirren und gefunden werden, hieß es.

Baltrum - Die 22 Jahre alte Urlauberin war laut der Gemeinde während ihres Silvesterurlaubs eigentlich am Baltrumer Nordstrand mit einer Freundin unterwegs, um abends bei Niedrigwasser Bernsteine zu sammeln. Dabei stieß sie auf das 40 bis 50 Zentimeter lange Tier.

Nach Angaben des Baltrumer Nationalparkhauses sind Rochen-Sichtungen in der Nordsee äußerst selten. Allerdings wurden in den vergangenen Jahren vermehrt Eikapseln von Rochen im Watt um Baltrum entdeckt. Laut der Gemeinde könnte die Sichtung nun ein Hinweis darauf sein, dass sich die Tiere wieder in der südlichen Nordsee ansiedeln.

Zunächst war auch im Gespräch, dass es sich bei dem Tier um einen noch selteneren Nagelrochen handelte. Bereits 2020 hatte ein Wattführer so ein Tier im Watt zwischen Baltrum und Neßmersiel (Landkreis Aurich) entdeckt. Ein Experte aus Schleswig-Holstein habe den Rochen nun anhand eines Fotos aber als Sternrochen identifiziert, teilte die Gemeinde mit.

Nach einer Studie 2017 von Wissenschaftlern der Universität Hamburg im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) steht es um Knorpelfische wie Haie und Rochen in deutschen Meeren schlecht. Demnach sei etwa der Nagelrochen vom Aussterben bedroht, Sternrochen seien in unterschiedlichen Graden gefährdet. Als Gründe wurden damals Fischerei, veränderte Lebensbedingungen, Schadstoffe und der Klimawandel genannt. dpa

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