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Urteil für Lübcke-Familie „sehr schmerzliche Entscheidung“

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Gericht
Prozessakten liegen in einem Gerichtssaal. © Thomas Frey/dpa/Symbolbild

Für die Familie des von einem Rechtsextremisten ermordeten CDU-Politikers Walter Lübcke ist das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) „eine sehr schmerzliche Entscheidung“. Das sagte ihr Sprecher Dirk Metz am Donnerstag nach der Verkündung in Karlsruhe. Die Witwe und die beiden Söhne seien unverändert davon überzeugt, dass der nun rechtskräftig freigesprochene Mitangeklagte Markus H.

Karlsruhe - die Tat mit dem zu lebenslanger Haft verurteilten Stephan Ernst „gemeinsam geplant, vorbereitet und auch verübt“ habe. Rechtsanwalt Holger Matt ergänzte, eine weitere Aufklärung der Tat werde nun nicht mehr erfolgen. „Viele offene Fragen zum Tatablauf bleiben wahrscheinlich für immer offen.“

Metz sagte, das Verfahren sei nun abgeschlossen. „Und die Familie muss sehen, wie sie damit jetzt umgeht. Das wird nicht einfach, aber es ist eine starke Familie.“ Die traurige Wahrheit bleibe: „Es wird kein Tag mehr so sein wie vorher. Und vieles bleibt offen.“

Zugleich gelte aber auch, „dass Walter Lübcke ein Leben lang für den freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat eingetreten ist mit all seiner Überzeugung und mit all seiner Kraft“. Zu dieser Haltung gehöre auch, die Entscheidung zu akzeptieren, „auch wenn es sehr schwerfällt“. Die Familie hatte gehofft, dass der BGH H.'s Freispruch vom Vorwurf der Beihilfe an dem Mord aufhebt und dessen Rolle am Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt noch einmal genauer untersucht wird. Stattdessen hatten die obersten Strafrichterinnen und -richter das Urteil des OLG bestätigt und alle Revisionen zurückgewiesen. dpa

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