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Verfassungsschutz sieht in rechtsextremen Siedlungen Gefahr

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Abgeschottet von der Gesellschaft mit ideologisch Gleichgesinnten: Aus rechtsextremen Siedlungsprojekten heraus könnten sich Menschen radikalisieren. Das befürchten Verfassungsschützer - und haben mögliche Bestrebungen in Hessen im Blick.

Wiesbaden - Dem hessischen Verfassungsschutz ist derzeit eine „mittlere einstellige Anzahl“ Immobilien im Land bekannt, die von der rechtsextremistischen Szene unter anderem als Veranstaltungsort genutzt werden. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der SPD-Landtagsfraktion in Wiesbaden hervor. Diese Gebäude seien für die rechtsextremistische Szene als Entfaltungs- und Aktivitätsräume von großer Bedeutung und würden daher beobachtet.

Ein konkretes Siedlungsprojekt von Rechtsextremisten „im Sinne einer regional konzentrierten Ansiedlung“ sei dem Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) derzeit zwar nicht bekannt, erklärte das Ministerium. Allerdings habe das Land solche möglichen Bestrebungen im Blick. „Das LfV Hessen sieht in extremistischen „Aussteiger-Projekten“ eine Gefahr, weil diese mit der ideologischen Abschottung des involvierten Personenkreises einhergehen und somit individuelle und kollektive Radikalisierungsprozesse befördern können.“

Die sogenannte Anastasia-Bewegung sei aktuell kein Beobachtungsobjekt des Landesverfassungsschutzes - jedoch würden Aktivitäten der Bewegung fortlaufend auf mögliche Anhaltspunkte auf extremistische Bestrebungen hin geprüft. „Dabei wurde dem LfV Hessen bekannt, dass hier als Angehörige der Szene der Reichsbürger und Selbstverwalter bekannte hessische Einzelpersonen Bezüge zur sogenannten Anastasia-Bewegung aufweisen.“

Die Bewegung beruft sich auf die Romangestalt Anastasia eines russischen Buchautors. Ihre Anhänger haben sich einer esoterisch begründeten Rückbesinnung auf die Natur verschrieben, verbunden unter anderem mit einem reaktionären Gesellschaftsverständnis, wie das Ministerium erläuterte. Die Anhänger gründen Familienlandsitze und verschreiben sich dem Prinzip der Selbstversorgung.

Derzeit sind in Hessen den Angaben zufolge drei „Familienlandsitzprojekte“ bekannt, die einen Bezug zur Anastasia-Bewegung aufweisen, wie das Ministerium weiter mitteilte. Eines liege im Kreis Hersfeld-Rotenburg, andere befänden sich zum Teil noch in der Planungsphase. dpa

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