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Verjüngungskur für Frankfurts T-Rex: Figur wird neu bemalt

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Tyrannosaurus Rex vor dem Senckenberg Naturmuseum
Der Künstler Marcel Walldorf streicht den Tyrannosaurus Rex vor dem Senckenberg Naturmuseum an. © Sebastian Gollnow/dpa

Schon seit Tagen schleift, grundiert und malt der Frankfurter Künstler Marcel Walldorf an einer Skulptur der besonderen Art: Der zähnefletschende Tyrannosaurus Rex hat zwar nur ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel, doch anders als bei den versteinerten Originalskeletten im Museum selbst waren die Spuren der Zeit zuletzt unübersehbar. Seit Anfang der Woche restauriert der Künstler die Saurierfigur, die zu den beliebtesten Fotomotiven von Besuchern der Mainmetropole gehört.

Frankfurt/Main - „Die Dinosaurier sind ja eigentlich ausgestorben, aber dieser hier wird sinnbildlich revitalisiert und am Leben gehalten“, sagte Walldorf am Freitag.

Doch wie viel „echter“ Saurier steckt in der Skulptur? Schließlich waren die Dinosaurier schon längst ausgestorben, als Menschen die ersten Höhlenmalereien anfertigten - von Wildkameras, wie sie heute Forschern zur Verfügung stehen, ganz zu schweigen. „Es ist zum überwiegenden Teil Vorstellungskraft“, räumt Projektleiter Philipe Havlik zur Gestaltung des Sauriers ein. „Von T-Rex kennen wir zwar Abdrücke der Schuppenhaut, aber keine Melanosome.“ Dabei handelt es sich um Farbkapseln, die etwa im Weichgewebe eingeschlossen sind und beispielsweise bei chinesischen Raubdinosauriern nachgewiesen sind.

„Wir tasten uns nach Wahrscheinlichkeiten voran: Wenn ähnliche Dinosaurier Streifenmuster hatten, dann könnte es auch für T-Rex stimmen, wenn nahe Verwandte der Dinosaurier wie Krokodile einen hellen Gaumen hatten, dann vielleicht auch T-Rex“, nennt Havlik Beispiele. Bei der Restaurierung des Senckenberg-Sauriers werden eher Brauntöne verwendet und auch das Gesicht mit Streifen etwas stärker betont.

Dabei gab und gibt es durchaus Moden: „Bis in die 1970er Jahre hinein sahen Rekonstruktionen eher wie Godzilla aus - plumpe Echsenwesen, oft grünlich koloriert“ sagt Havlik. Die Körperhaltung der Darstellungen habe sich in den Jahren 1980 bis 1990 dann wesentlich verändert: Seit damals liege der Schwanz nicht mehr plump am Boden, sondern schwingt dynamisch in der Luft. „Das Streifenmuster orientiert sich an anderen Dinosauriern mit teilweise erhaltenen Farbmustern, ist aber auch ein Vergleich mit heutigen Tieren, und hilft diesen zur Tarnung.“

Die erwähnten Melanosome lassen sich bei verschiedenen Dinosauriern nachweisen, etwa bei dem bayerischen Urvogel Archaeopteryx. Es gibt den Angaben zufolge aber einen Nachteil: Nur Rottöne und hell-dunkel Schattierungen lassen sich so belegen. „Somit bleibt viel Raum zur Spekulation“, meint Havlik. „Vielleicht hatte T-Rex sogar irgendwelche federähnlichen Anhängsel.“

Der Tyrannosaurus Rex lebte vor 66 bis 68 Millionen Jahren während der Kreidezeit und war unter anderem in den heutigen US-Bundesstaaten Montana, Wyoming und South Dakota verbreitet. Kein anderer Dinosaurier sei so ikonisch wie der T-Rex, betont Havlik. Er stehe stellvertretend für alle großen Dinosaurier und war auch einer der letzten ihrer Gruppe, die vor 66 Millionen Jahren vermutlich durch einen Meteoriteneinschlag ausstarben. dpa

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