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Versorger steuern nach Aus für Gasumlage nach

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Gasherd mit Flamme
Die Flamme eines Gasherdes brennt in einer Küche. © Frank Rumpenhorst/dpa/Symbolbild

Verrechnen, gar nicht erst erheben oder zurücknehmen: Der Wegfall der eigentlich zum 1. Oktober angekündigten Gasumlage bedeutet für die hessischen Versorger einiges Hin und Her in den Abrechnungen. Auch wenn die Umlage vom Tisch ist, bleiben die Gaspreise hoch.

Frankfurt - Nach dem Wegfall der umstrittenen Gasumlage stellen mehrere hessische Versorger ihre Abrechnungen um. Dabei geht jedes Unternehmen unterschiedlich vor - je nachdem, ob die Abschläge bereits erhöht wurden oder dies nur angekündigt war.

So müssen die Kunden des Energieversorgers Mainova vorerst keine höheren Abschlagszahlungen im Tarif der Erdgas-Grundversorgung in Kauf nehmen. Zwar seien die Erhöhungen den Kunden bereits Mitte August mit einem Schreiben zum 1. Oktober angekündigt worden, doch habe die Politik danach zunächst eine Senkung der Mehrwertsteuer und nun die Rücknahme der Gasumlage beschlossen. Daher entfalle die angekündigte Erhöhung der Abschläge, die noch gar nicht umgesetzt gewesen sei, heißt es von dem Unternehmen. Kunden bräuchten nicht selbst aktiv zu werden, man werde den Wegfall der Umlage in allen Tarifen berücksichtigen. Kunden würden darüber unter anderem über die Firmen-Website und Social-Media-Kanäle, den Kunden-Service sowie eine öffentliche Bekanntgabe informiert.

Grundsätzlich gehe man aber von weiterhin hohen Preisniveaus aus, sagte eine Mainova-Sprecherin. Bei der Rechnungsstellung setze das Unternehmen jeweils die gültigen gesetzlichen Vorgaben bezüglich Steuern, Abgaben und Umlagen um. Auch der vorgeschlagene Verzicht auf die Dezember-Abschlagzahlung werde umgesetzt, sobald ein entsprechender politischer Beschluss vorliege und alle Parameter bekannt seien. Dies sei allerdings bisher nicht der Fall.

Der Darmstädter Versorger Entega teilte mit, die Gaspreise für die Kundinnen und Künden würden automatisch um die Kosten der ursprünglich geplanten Gasbeschaffungsumlage gesenkt. Konkret bedeute dies, dass der Arbeitspreis zum 1. November um 2,419 Cent je Kilowattstunde reduziert werde - das entspricht der Höhe der ursprünglich angekündigten Gasumlage. Bisher sei die Umlage noch nicht erhoben worden. „Auf ein neues Preisanpassungsschreiben für die einzelnen Kundinnen und Kunden verzichtet das Unternehmen“, hieß es. Man werde Kunden zudem umgehend über die zu Wochenbeginn vorgeschlagenen Entlastungen informieren, sobald diese konkretisiert würden.

Der Versorger RhönEnergie mit Sitz in Fulda hatte bereits von einem kleinen Teil seiner rund 40.000 Gaskunden die Umlage kassiert. Dies liege daran, dass die Kunden zu mehreren verschiedenen Zeitpunkten im Jahr abgerechnet werden, sagte eine Unternehmenssprecherin. Zu viel geleistete Abschläge würden mit der nächsten Jahresabrechnung als Guthaben verrechnet. Kunden, bei denen die Umlage bereits in den Abschlägen enthalten sei, könnten dies im Kundenportal selbstständig anpassen. Das Unternehmen empfehle dies allerdings mit Blick auf die ohnehin weiter steigenden Gaspreise nicht, sagte die Sprecherin. Von Unternehmensseite würden die Abschläge bei den bereits betroffenen Kunden daher auch nicht um die Gasumlage wieder abgesenkt, da sie mittelfristig ohnehin nach oben zeigten und es so zu weniger hohen Nachzahlungen zum Abrechnungstermin komme. Wie mit den Maßnahmen der Gaspreisbremse umgegangen werde, sei derzeit noch in Planung.

„Mit dem Wegfall der Gasbeschaffungsumlage und der aktuell geplanten Gaspreisbremse ist jedoch das rein physikalische Problem einer drohenden Gasmangellage nicht gelöst“, sagte Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung von RhönEnergie. „Wir honorieren die Bemühungen unserer Netzkunden, weniger Strom und Gas zu verbrauchen, müssen aber noch mehr tun. Energiesparen ist und bleibt das Gebot der Stunde – auch in den nächsten Monaten.“

Die Städtischen Werke in Kassel nehmen zwar die Gasumlage rückwirkend zum 1. Oktober wieder zurück, belasse aber die Abschläge auf dem höheren Niveau, wie ein Sprecher sagte. Auf die Weise wolle man die Kunden „vor hohen Nachzahlungen schützen“, denn irgendwann werde das Unternehmen Gas zu dann gültigen Preisen beschaffen müssen. Die Abschläge könnten deshalb nicht auf dem Niveau von vor einem Jahr bleiben. dpa

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