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Zwei Tonnen Kadaver: Hunderte tote Fische treiben in Teich

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Von: Marc Schäfer

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An Land werden die toten Fisch in Müllsäcke gepackt. © Rüdiger Schäfer

Massives Fischsterben in einem Teich in Gießen: Mehr als 350 tote Tiere hat die Feuerwehr im Stadtpark aus einem Gewässer geholt.

Gießen – Das war beileibe kein schöner Anblick, der sich am Mittwochvormittag im Stadtpark Wieseckaue einigen Spaziergängern geboten hat. Auf dem Neuen Teich trieben unzählige tote Fische - und es wurden immer mehr. Am Nachmittag hatte die vom städtischen Gartenamt zur Hilfe gerufene Gießener Feuerwehr rund zwei Tonnen Fischkadaver aus dem Wasser gefischt, mehr als 350 tote Tiere unterschiedlicher Größe. Laut Feuerwehr ist zu befürchten, dass in den nächsten Tagen im Neuen Teich weitere Fische verenden werden.

Die Ursache für das massive Sterben ist noch nicht klar. Das Kreisveterinäramt hat Wasserproben entnommen und wird auch Kadaverteile untersuchen, um herauszufinden, wo die Gründe liegen. Die Ergebnisse lagen gestern Abend noch nicht vor. »Ohne diesen Untersuchungen vorgreifen zu wollen, ist es doch sehr wahrscheinlich, dass die im Neuen Teich vorzufindenden Blaualgen und der sehr schlechte Sauerstoffgehalt dort dafür verantwortlich sind«, sagte Stadträtin und Umweltdezernentin Gerda Weigel-Greilich (B90/Grüne), die sich genau wie Feuerwehrchefin Martina Klee vor Ort ein Bild von der Lage gemacht hatte. »Ich kann mich in Gießen an kein Fischesterben dieses Ausmaßes erinnern«, betonte Weigel-Greilich.

Gießen: Teich in Wieseckaue leidet unter Hitzestress

Bereits Ende Juli hatte die Stadt in einer Pressemitteilung erklärt, dass der Neue Teich aufgrund der großen Hitze von Blaualgen besiedelt ist und unter Hitzestress leide, da es in den Trockenperioden nebst einer Verschärfung der Niedrigwassersituation gleichzeitig auch zu einer Erhöhung der Wassertemperatur komme. Vor allem Hundebesitzer wurden von der Stadt damals gewarnt. »Einige der Blaualgenarten erzeugen Gift, das ein Gesundheitsrisiko für Tiere, zum Beispiel Hunde, darstellt. Hunde sollten das Wasser nicht trinken«, hieß es in der Mitteilung.

Der Fischereiverband Nordrhein-Westfalen hatte ebenfalls bereits Ende Juli darauf hingewiesen, dass die Lage in Stillgewässern für Fische bereits problematisch ist und ein beginnendes Fischsterben ausgemacht, was Fischereibiologe Olaf Niepagenkemper vor allem auf den niedrigen Sauerstoffgehalt im Wasser zurückführte. Je wärmer es wird, umso weniger Sauerstoff kann Wasser aufnehmen.

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Die Feuerwehr fischt mehr als 350 Kadaver aus dem Neuen Teich. © Rüdiger Schäfer

Gießen: Keine toten Fische im benachbarten Schwanenteich

Die 25 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr sowie der Freiwilligen Feuerwehr Kleinlinden hatten am Mittwoch alle Hände voll zu tun, um die Fische zu bergen. Sie waren in zwei Schlauchbooten sowie zu Fuß in Wathosen in dem in der Mitte nur etwa einen Meter tiefen Teich unterwegs. Die meisten Fische fanden sich östlich des Areals der Strandbar in den Uferbereichen, doch auch im südöstlichen Bereich des Gewässers neben der Brücke an den Wasserspielen trieben Fische im Wasser. Die Kadaver wurden in Netzen aufgefischt, an den Steg gebracht und dort in große Müllsäcke umgefüllt. Laut Feuerwehr-Einsatzleiter Sven Henrich werden sie von einer Fachfirma entsorgt. Die Feuerwehr wird den Teich in den nächsten Tagen beobachten und - wenn nötig - weitere aufgeschwemmte tote Fische einsammeln.

Weigel-Greilich stellte in Aussicht, sowohl mit dem Kreisveterinäramt als auch mit der Unteren Wasserbehörde zu erörtern, ob und welche Maßnahmen ergriffen werden können, um weiteren Schaden von den Tieren im Neuen Teich abzuwenden. Im benachbarten Schwanenteich, der nicht unter Blaualgen leidet, waren am Mittwoch keine toten Fische auszumachen. (Rüdiger Schäfer/Marc Schäfer))

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