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Viele Freibäder starten am Wochenende in die Saison

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Freibadsaison Hessen 2022
Mitarbeiter Björn klebt im Becken des Waldschimmbades eine Fliese auf den Boden. © Sebastian Gollnow/dpa

Freibad und Pommes gehören für viele untrennbar zusammen. Kann aber angesichts des kriegsbedingten Mangels an Sonnenblumenöl auch diesen Sommer überall die Fritteuse laufen? Die Bäder geben sich zum Saisonstart zuversichtlich.

Wiesbaden - Viele hessische Freibäder starten am kommenden Wochenende in ihre neue Saison. Während der Wegfall der Corona-Vorgaben für Erleichterung sorgt, verursachen bei den Betreibern andere Probleme Sorgenfalten, etwa die steigenden Energiekosten sowie Personalmangel. Auch in den Schwimmbad-Kiosken laufen die Vorbereitungen - mit der bangen Frage: Gibt es ausreichend Speiseöle, um die Pommes-Fritteuse anzuwerfen? Denn Sonnenblumenöl ist derzeit wegen des Ukraine-Kriegs Mangelware.

„Unser Kioskpächter ist da derzeit am kämpfen, um an das nötige Öl zu kommen“, sagt Marco Grein von der Gemeinde Niedernhausen im Taunus. Dennoch werde es auch diesen Sommer Pommes im Waldschwimmbad geben, das traditionell am 1. Mai öffnet. Derzeit laufen in dem Bad die letzten Vorbereitungen für den Saisonstart, zuletzt mussten noch unter Wasser einige Fliesen ausgetauscht werden.

Bei den Corona-Regeln setze das Waldschwimmbad auf Hygieneempfehlungen und die Eigenverantwortung seiner Gäste, sagt Grein. Auch in dieser Saison sei es wieder schwierig, Fachpersonal zu finden. Zudem drückten die steigenden Energiepreise. Zum Glück habe das Bad eine Abdeckung für das Becken, somit kühle das Wasser über Nacht nicht so stark aus. Auch eine neue Mess- und Regeltechnik spare Energie ein. Zusätzlich sei die Anschaffung einer Photovoltaikanlage geplant.

Erster Freibadtag ist auch in Bad Soden im Taunus der 1. Mai. Der Badebetrieb könne aufgrund der gelockerten Corona-Beschränkungen wie in Zeiten vor der Pandemie stattfinden, kündigt die Stadtverwaltung an. Mit einem neuen, deutlich effizienteren Schwimmbadheizer sei der Energiebedarf des Bades seit 2021 bereits deutlich reduziert worden, erläutert Wolfgang Heidecke von der Stadt. Eine Absenkung der Wassertemperatur sei nicht geplant. Und eine gute Botschaft hat Heidecke auch: „Wir gehen davon aus, dass es auch in dieser Saison Pommes geben wird.“

Zu einer ähnlichen Einschätzung in Sachen „Pommes“ kommen die Wiesbadener Bäderbetriebe. „Seitens unserer Imbiss-Pächter ist uns bislang nichts Gegenteiliges bekannt“, teilt ein Sprecher mit. In Wiesbaden geht es am 1. Mai mit dem Opelbad los. Die Stadt blicke sehr zuversichtlich auf die kommende Freibadsaison. Mit dem Wegfall der Corona-Vorgaben könnten sich die Gäste wieder auf alle Attraktionen freuen, etwa Großwasserrutschen, Sprungtürme, Massagedüsen oder Kletterwände. In der Landeshauptstadt werden noch Rettungsschwimmer für die Aufsicht gesucht.

Bereits am Samstag (30. April) geht es im Freibad Frankfurt-Hausen los. Nach einer gelungenen ersten Wintersaison mit mehr als 55 000 Besuchen sei die Traglufthalle am Ostermontag geschlossen worden, teilt die Stadt mit. Die Bäderbetriebe sind ebenfalls noch auf der Suche nach mehreren Bademeistern und Mitarbeitern an den Kassen.

Auch in Kassel geht es an diesem Wochenende mit dem Schwimmen und Planschen im Freibad los. Im Auebad soll unter anderem eine neue „Highspeed-Rutsche“ Besucher anlocken. „Wir sind immer zuversichtlich und optimistisch, dass das Wetter gut wird und wir eine Freibadsaison mit vielen zufriedenen Badegästen erleben werden“, erklärt Ingo Pijanka von den Städtischen Werken. „Wie sich Corona auswirkt, können wir allerdings schwer vorhersehen.“

Einerseits hätten die Menschen nach zwei Jahren voller Einschränkungen wieder Lust auf ihre Freizeitaktivitäten. „Andererseits können wir nicht einschätzen, wie viel Zurückhaltung es noch gibt und wie sich die Inzidenzen entwickeln“, gibt Pijanka zu bedenken. In Kassel wird noch Personal gesucht für den Beckenrand und das Kassenhäuschen.

In Darmstadt öffnen die ersten Freibäder am 15. Mai. „Nach zwei Jahren mit erheblichen Einschränkungen im Schwimmbad-Betrieb hoffen und freuen wir uns wieder auf eine hoffentlich relativ "normale" Badesaison“, erklärt Stadtsprecher Klaus Hunold. „Dabei setzen wir aber weiterhin auf einen verantwortungsvollen Umgang unserer Badegäste mit der noch immer real existierenden Corona-Pandemie.“

Grundsätzlich sei Darmstadt mit den Freibädern insofern gut aufgestellt, als keines die Schwimmbecken mit Gas beheize. „Dennoch werden wir Maßnahmen zur Energieeinsparung insbesondere auch im Hinblick auf die kommende Wintersaison prüfen.“ Unter dem Motto „Spring ins kalte Wasser!“ sucht auch Darmstadt noch Rettungsschwimmer.

Im mittelhessischen Schotten soll das Freibad Mitte Mai öffnen. Man sei „hoffnungsvoll, an die Besucherzahlen aus der Vor-Pandemie-Zeit anknüpfen zu können“, erklärt Dirk Schneider von der Stadtverwaltung. Da der Imbissbetrieb verpachtet sei, habe er keine Informationen über mögliche drohende Engpässe bei Pommes. dpa

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