Corona-Regeln
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„Zutritt nur mit Mundschutz!“ steht an einem Tor.

Vielerorts mehr Kontrollen zu Corona-Regeln

Das Coronavirus breitet sich rasch weiter aus in Hessen. Viele Städte verstärken deshalb die Kontrollen. Wer gegen die erst vergangene Woche verschärften Regeln verstößt, muss teils mit empfindlichen Bußgeldern rechnen.

Fulda/Marburg - Angesichts steigender Infektionszahlen in Hessen verstärken die Behörden ihre Kontrollen zur Einhaltung der Corona-Regeln. Vor allem in Gaststätten und Freizeiteinrichtungen schauen Ordnungshüter derzeit verstärkt darauf, ob Mindestabstände und die Maskenpflicht eingehalten werden, ob Gäste und Personal Impfzertifikate oder negative PCR-Tests vorweisen können. So kontrolliert das Marburger Ordnungsamt seit Freitag verstärkt täglich mit zehn Mitarbeitern, wie die Stadt mitteilte. Wer die Vorgaben nicht einhalte, müsse mit einem Bußgeld ab 500 Euro rechnen. Die Kontrollen seien auch auf Wunsch des Branchenverbandes Dehoga intensiviert worden.

Seit vergangenem Donnerstag dürfen in Gaststätten, die nach dem 3G-Modell geöffnet haben, nur noch Gäste im Innenbereich bedient werden, die entweder vollständig gegen Covid-19 geimpft sind, nachweislich genesen sind oder einen negativen PCR-Test vorweisen können. Ein Antigen-Schnelltest reicht nicht mehr aus. Das Land Hessen hatte wegen der steigenden Infektionszahlen und vor allem angesichts der Belastung der Intensivstationen die Warnstufe 1 der Hessischen Coronaschutzverordnung ausgerufen und mit verschiedenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie reagiert.

Auch andernorts schauen die Ordnungshüter deshalb jetzt noch genauer hin: „Aufgrund der steigenden Infektionszahlen werden in Darmstadt auch die Kontrollen nochmals intensiviert“, hieß es aus der südhessischen Stadt. Ähnlich äußerte sich ein Sprecher der Stadt Fulda.

Die Stadt Rüsselsheim gab bekannt, dass die Stadtpolizei bereits am vergangenen Dienstag gemeinsam mit einem Team des Groß-Gerauer Gesundheitsamtes mehrere Gaststätten in der Innenstadt unter die Lupe genommen habe. „Der Schwerpunkt der Kontrollen lag auf der Umsetzung der geltenden Coronaschutzverordnung“, erklärte die Stadt. In einem Café sowie einer Shisha-Bar habe das Personal gegen die Maskenpflicht verstoßen. Auch hätten zwei Gäste der Shisha-Bar nicht die vorgeschriebenen 3G-Nachweise vorlegen können. Gegen die Gaststättenbetreiber wurden Bußgeldverfahren eingeleitet.

Auch das Ordnungsamt der Stadt Gießen besuchte nach Angaben einer Sprecherin bereits in der vergangenen Woche einen Großteil der Gastronomie- und Friseurbetriebe. Wo nötig, hätten die Mitarbeiter „eingehend persönlich und auf den Einzelfall bezogen“ über die neuen Regeln informiert. „Diese Art der Aufklärung und Sensibilisierung wird auch in den kommenden Wochen verstärkt fortgesetzt“, erklärte die Sprecherin. Klar sei: Sollte es Verstöße geben, drohen unter Umständen Bußgeldverfahren.

In Kassel laufen derweil täglich Kontrollen zur Einhaltung der Corona-Regeln in Gastronomie, Einzelhandel und weiteren Gewerbebetrieben, wie die Stadt erklärte. Ähnlich äußerte sich die Stadt Wiesbaden: Man beobachte die Lage generell und kontrolliere die Einhaltung der Regeln.

„Die Anzahl von Kontrollen ist seit Monaten konstant hoch aber mit dem bei der Stadt Kassel zur Verfügung stehenden Personal gut umsetzbar“, hieß es in der nordhessischen Stadt. Beim Ordnungsamt eingehende Beschwerden würden zu 100 Prozent zeitnah abgearbeitet. Die deutliche Mehrheit aller Betriebe beachte die Regeln. Wie immer gebe es vereinzelte „schwarze Schafe“, bei denen erhöhter Kontrolldruck und mitunter auch Sanktionen erforderlich seien. Vereinzelt habe es auch zeitweise Schließungen gegeben.

Der Branchenverband Dehoga Hessen hatte erst kürzlich auf Basis einer Umfrage bemängelt, dass ein großer Teil der Betriebe bisher noch kein einziges Mal von den Behörden kontrolliert worden sei. Man höre immer häufiger, dass sich regeltreue Betriebe im Wettbewerb benachteiligt fühlten, hatte ein Verbandsvertreter moniert. dpa

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