Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission
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Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission.

Von der Leyen: „Fast Fashion ist Gift für unseren Planeten“

Wie kann man die Modeindustrie nachhaltiger gestalten? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Frankfurt Fashion Week. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen richtet klare Worte an die Branche.

Frankfurt/Main - EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich bei der Frankfurt Fashion Week für einen Wandel in der Modeindustrie ausgesprochen. Es gehe um einen neuen Lifestyle, der zugleich nachhaltig und schön sei, sagte sie am Dienstag bei der Eröffnung der digitalen Konferenz „The New European Bauhaus - Werkstatt der Zukunft“. Um die Klimaziele der EU umzusetzen, seien alle Branchen gefragt, auch die Modeindustrie. Sie wolle dazu ermutigen, weiter daran zu arbeiten, „wie wir Nachhaltigkeit mit Style zusammenbringen können“.

In dieser Woche findet die erste Frankfurt Fashion Week statt. Die Messen wurden coronabedingt abgesagt, die verschiedenen Konferenzen werden digital veranstaltet. Die Teilnehmer wollen dabei Lösungen für eine sauberere und bessere Modebranche entwickeln, die zu den umweltschädlichsten Industrien weltweit gehört.

Von der Leyen, die digital zugeschaltet war, betonte, nachhaltige Produkte müssten für alle bezahlbar sein. „Wir müssen die Menschen überzeugen, dass die Lösung manchmal einfach ist: weniger zu kaufen, aber besser.“ Und: „Fast Fashion ist Gift für unseren Planeten.“ Es müsse durch Slow Fashion ersetzt werden, also durch gute Produkte, die weniger Abfall verursachen und länger halten.

Die „The New European Bauhaus“-Konferenz wurde den Organisatoren zufolge durch von der Leyens „State of the Union“-Rede im September 2020 inspiriert. Am Mittwoch wird dann in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen der erste „SDG Summit“ präsentiert.

„Es besteht wahnsinnig viel Handlungsbedarf in der Modebranche“, sagt auch Anita Tillmann, Geschäftsführerin des Veranstalters Premium Group. Durch die Globalisierung seien Themen wie Transport, Produktion, sauberes Wasser oder Überproduktion problematischer geworden. Doch es gebe Mittel und Wege, wie man das verbessern und optimieren könne. „Nachhaltigkeit betrifft natürlich nicht nur Klima und Umwelt. Zur Nachhaltigkeit gehören auch faire Arbeitsbedingungen, Fair Trade oder das Thema Diversity und Female Empowerment.“

Es gab am Dienstag auch Mode zu sehen in Frankfurt. So präsentierte Designerin Anja Gockel ihre Sommermode 2022. Die Models präsentierten in der halbstündigen Show eine großzügige farbige Kollektion mit fließenden Stoffen. Und am Opernplatz wurde die Fashion Lounge eröffnet, in der Designer aus der Region ihre Arbeit zeigen.

Sie versuche, sowohl beruflich als auch privat auf Nachhaltigkeit zu achten, sagte Gockel. „Ich persönlich trage meine Kleider fünf bis zehn Jahre und kombiniere sie dann lieber anders“, sagt die Mainzerin, die in dieser Saison ihr 25. Firmenjubiläum feiert. Um den Müllbergen dieser Welt zu begegnen, sei es sinnvoll, lieber hochwertige Produkte herzustellen, die länger halten. Nachhaltigkeit zahle sich aus, nicht unbedingt auf kurzer Strecke, sondern auf langer. Sie wolle ihren Kindern eine lebenswerte Welt erhalten, so die vierfache Mutter. dpa

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