Vorentscheidung für Hanauer Mahnmal Anfang Oktober

Gut eineinhalb Jahre nach dem rassistischen Anschlag mit neun Toten in Hanau steht am 7. Oktober die Vorentscheidung für das Mahnmal zum Gedenken an die Opfer an. Eine Jury aus Opfer-Angehörigen will an dem Tag ihr Votum für einen der verbliebenen fünf Entwürfe aus einem Gestaltungswettbewerb abgeben. Die endgültige Entscheidung obliegt danach dem Magistrat und den Ortsbeiräten sowie der Stadtverordnetenversammlung, die am 8.

Hanau - November einen Beschluss dazu fassen werde, wie der Hanauer Kultur-Fachbereichsleiter Martin Hoppe der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Das künftige Mahnmal soll Erinnerungsort und Denkanstoß zugleich werden. In Bildern und einem Film sind die Modelle derzeit im Internet zu sehen. Dort können Bürger auch einen der Entwürfe favorisieren, Fragen stellen und Gedanken dazu äußern. Die Beteiligung an dem Diskurs sei sehr rege, sagte Hoppe.

Ein 43-jähriger Deutscher hatte am 19. Februar 2020 neun Menschen in Hanau aus rassistischen Motiven erschossen, bevor er mutmaßlich seine Mutter und schließlich sich selbst tötete. Die Tat löste bundesweit Entsetzen aus.

Bei dem Gestaltungswettbewerb waren insgesamt 118 Vorschläge für das Mahnmal eingereicht worden. Ein Fachbeirat und die Jury hatten eine Vorauswahl getroffen. Zu den verbliebenen fünf Entwürfen gehören „Bruchstücke“ von Matthias Braun aus Würzburg, „Einschnitt“ von Heiko Hünnerkopf aus Wertheim, „WIR“ von Susanne Lorenz aus Berlin, „Der Vielfalt.“ von Carla Mausch aus Nürtingen und „9“ von Stephan Quappe Steffen aus Trier. Das künftige Mahnmal soll zum zweiten Jahrestag des Anschlags am 19. Februar 2022 realisiert werden. Ursprünglich war die Vorentscheidung bereits für Ende September erwartet worden, hatte sich aber aus terminlichen Gründen um wenige Tage verschoben. dpa

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