Eintracht Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche
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Eintracht Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche.

Vorstand Krösche: Inzidenzwert darf nicht Maß der Dinge sein

Eintracht Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche mahnt die Abkehr von der Corona-Inzidenzzahl als Richtwert für die Zuschauerzulassung in der Fußball-Bundesliga an. Es fühle sich damit so an, „als würden wir auf der Stelle treten“, schrieb der 40-Jährige in einem Gastbeitrag für den „Kicker“ (Donnerstag). „Als habe es keine erfolgreiche Impfkampagne mit über 60 Prozent an mindestens erstgeimpften Menschen in der Gesamtbevölkerung Deutschlands gegeben, als seien flächenweite Tests noch immer illusorisch.“

Frankfurt/Main - Nach einem Beschlusses der Chefinnen und Chefs der Staats- und Senatskanzleien von Anfang Juli dürfen die Stadien für sportliche Großveranstaltungen künftig wieder zu maximal 50 Prozent ausgelastet werden, die Gesamtzahl der Zuschauenden ist aber vorerst bei 25.000 gedeckelt. Grundvoraussetzung für die Zuschauerzulassung ist die Freigabe durch die zuständigen Behörden, dabei werden weiterhin die Inzidenzzahlen berücksichtigt, die meist nicht über 35 liegen dürfen.

Wegen der Zuschauerzahl bei einem Testspiel wäre die Eintracht zuletzt fast vor Gericht gezogen. Auslöser der Debatte war, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in der Main-Metropole wieder über 35 gestiegen war.

„Mit Entscheidungen dieser Art wird es unmöglich sein, den Profisport und die Veranstaltungsbranche dauerhaft am Leben zu halten“, schrieb Krösche. „Die Clubs als Wirtschaftsunternehmen haben schon jetzt teilweise schwerwiegende finanzielle Probleme und direkte sowie indirekte Arbeitsplätze sind akut gefährdet. Daher ist sehr zeitnah eine Vollauslastung der Stadien von existenzieller Bedeutung für alle Vereine.“

Außerdem stehe die Frage im Raum, „wie man Menschen für eine Impfung überzeugen möchte, wenn schon ein Einlass in ein Fußballstadion für vollständig Geimpfte nur in einer sehr begrenzten Zahl unter freiem Himmel möglich erscheint“, äußerte der Sportvorstand. Die Lösung dürften nicht das bloße Festhalten an der Inzidenz als Richtwert sowie Abstandsregeln sein. „Pandemie 2021 darf weder so aussehen noch sich so anfühlen wie Pandemie 2020“, schrieb Krösche. „Wir müssen versuchen, jedem Einzelnen die eigene Entscheidungsgewalt für sein Handeln zurückzugeben, sofern man geimpft, genesen oder getestet ist.“ dpa

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