Fahrgäste warten auf einen Zug
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Fahrgäste warten auf einen Zug.

Wartezeiten für Pendler: Lokführerstreik auch in Hessen

Viele Reisende und Pendler haben am Mittwoch die Auswirkungen des Lokführer-Streiks auch in Hessen zu spüren bekommen. Im Regional- und Fernverkehr kam es zu starken Einschränkungen. Teils nutzten die Fahrgäste Angebote privater Anbieter.

Frankfurt – Der Streik der Lokführer bei der Deutschen Bahn hat auch in Hessen zu großen Einschränkungen geführt. Pendler mussten am Mittwoch teils lange warten, denn der Zugverkehr war trotz eines Ersatzfahrplans sehr stark beeinträchtigt, wie eine Sprecherin sagte. Im Regionalverkehr solle es stündliche bis zweistündliche Angebote geben. Durch den Streik würden aber vielerorts keine Züge auf den Strecken stehen. Auf den Anzeigetafeln am Frankfurter Hauptbahnhof waren zahlreiche Züge gestrichen. Dennoch herrschte dort am Morgen Betrieb. Denn der bis voraussichtlich bis zur Nacht zum Freitag andauernde Streik betrifft nur die Deutsche Bahn. Angebote von Vlexx, der Hessischen Landesbahn und der Vias sollen nicht betroffen sein.

Im Rhein-Main-Gebiet sind zahlreiche S-Bahnlinien vom Streik betroffen, die nur noch im 60-Minutentakt fahren. Dies galt unter anderem für Verbindungen von Darmstadt nach Bad Soden oder von Frankfurt nach Friedberg. Teilweise wurde ein Busersatzverkehr eingerichtet. Die Bahn riet: „Bitte beziehen Sie in den Innenstädten auch U-Bahn-, Straßenbahn-, Bus- und Expressbusverbindungen mit ein, um Ihr Fahrtziel zu erreichen oder Verbindungen von nahegelegenen anderen Bahnhöfen nutzen zu können.“ Die Bahn bat die Fahrgäste zudem, nicht zwingend notwendige Reisen zu verschieben. Bei mehreren Regionalbahn-Linien fuhren die Züge auch nur im Zweistundentakt. Einige Linien wurden eingestellt.

Bei Vlexx seien die Auswirkungen noch kaum merkbar, sagte ein Unternehmenssprecher. „Nach aktuellem Stand sind die Bahnen voller, aber nicht so, dass sie überfüllt sind oder Fahrgäste nicht mitgenommen werden können.“ Die Ferienzeit in Hessen spiele positiv mit hinein. Denn somit gebe es keine Schüler, die mit der Bahn zur Schule fahren müssten.

Dass Reisende ihre Flüge verpassten, weil sie nicht mit der Bahn anreisen konnten, ist dem Frankfurter Flughafen nach eigenen Angaben nicht bekannt. Der Betriebsablauf und der Flugverkehr seien durch den Streik nicht beeinträchtigt, teilte ein Sprecher mit. Auch bei der Lufthansa hieß es, es sei nicht bekannt, dass Fluggäste vermehrt Flüge verpasst hätten.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) hatte nach einer Urabstimmung ihre Mitglieder im Bahnkonzern am Dienstag zu einem Arbeitskampf aufgerufen. Nach dem Start des Streiks im Güterverkehr am Dienstagabend wird seit Mittwochmorgen der Fern- und Regionalverkehr für 48 Stunden bundesweit bestreikt. Für Mittwoch und Donnerstag hat die Deutsche Bahn 75 Prozent ihrer Fernzüge gestrichen. Die GDL ruft ihre Mitglieder zu dem Streik bis Freitagmorgen, 02.00 Uhr, auf.

Die Gewerkschaft will eine Nullrunde im laufenden Jahr nicht akzeptieren, verlangt eine deutliche Corona-Prämie von 600 Euro und Einkommenssteigerungen von insgesamt 3,2 Prozent bei einer Laufzeit von 28 Monaten. dpa

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